Mittwoch, 21. September 2011, 22:55 Uhr

Cage Fight im Trend: Jetzt toben schon Achtjährige im Käfig

London. Die zahlenden Zuschauer feuern Cage Fighter mit lautem Geschrei an und zwischen den einzelnen Runden laufen stets äußerst spärlich bekleidete Frauen durch den Ring. Das alles sind sattsam bekannte Dinge, die normal für einen Box-bzw. Wrestling-Kampf oder gar bei berüchtigten Käfig-Kämpfen sind.

Nun wurde bekannt, dass sogar schon achtjährige Akteure an diesen teuflischen Auseinandersetzungen teilnehmen dürfen. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten, die in Käfigen stattfinden und auch Mixed Martial Arts (MMA) genannt wird.

Neueste Videoaufnahmen zeigen nun zwei kleine Jungs, die sich gegenseitig in einem Käfig prügeln und dabei weder Kopfbedeckung noch andere schützende Kleidung tragen.

Als plötzlich einer der Jungs zu weinen begann, stürmte medizinisches Personal in den Ring. Aber stattdessen den Jungen zu versorgen oder ihn aus dem Kampf zu ziehen, schauten sie nur, ob er fit genug war, weiterzumachen. Was war da los?

Das Video wurden bei einer ausverkauften Veranstaltung im Greenlands Labour Club in Preston in der Grafschaft Lancashire aufgenommen.

Timothy Lipscomb, der Pfarrer von Preston, sagte dazu der ‘Daily Mail’ auf recht milde Weise: “Das ist nicht die Art, wie wir unsere Kinder erziehen wollen. Bis zu einem gewissen Alter benötigen sie unseren Schutz und müssen nicht die erwachsenen Seiten des Lebens sehen. Es sollte kein öffentliches Spektakel daraus gemacht werden, zu sehen wie sich Kinder prügeln.”

Ein britischer Sanitäter erklärte zu dem neuen Trend: “Dass die Kinder in einem Käfig miteinander kämpfen, ist ein besonders beunruhigendes Beispiel, zumal sie nicht mal einen Kopfschutz tragen. Boxen und Käfigkämpfe werden ja manchmal damit verteidigt, dass die Kinder dadurch lernen ihre Aggression mit Disziplin und Arbeit unter Kontrolle zu kriegen.”

Es gibt bis jetzt laut ‘Daily Mail’ keinerlei Hinweise darauf, dass diese Kämpfe der Kinder gegen irgendwelche Regeln oder Gesetze verstoßen.

Veranstalter Steven Nightingdale (28), ein professioneller Cagefighter und Betreiber eines Fitnessstudios, sagte, dass der Sport sicher sei und sich zunehmender Beliebtheit erfreut: “Wettbewerbe ab einem Alter von 5 Jahren sind definitiv ein gefragter Sport. Er basiert auf Kampfkunst. Die Kids werden aber nicht geschlagen oder getreten, solange sie minderjährig sind. Erst ab einem Alter von 14 oder 15.”

Auf die Frage nach dem weinenden Kind während des Kampfes antwortete er: “Das Kind wurde nie zuvor besiegt. Es holte immer die Goldmedaillen. Wenn sie dann verlieren, werden sie emotional und dann sagen auch die Schiedsrichter und der Mann aus der Ecke, dass sie nicht weiter machen sollen. Er ( der Junge, der weinte) kam mit seinem Trainer und ist für so etwas ausgebildet.”

Die Inhaberin des Greenlands Labour Club kann die Aufregung nicht verstehen: “Ihm ist nichts passiert. Die Kinder waren da, um zu kämpfen und sie haben gekämpft. Würden die Leute ihre Kinder lieber mit Gewehren und Messern auf die Straße schicken?”

Screenshots: YouTube