Sonntag, 25. September 2011, 11:21 Uhr

Anthony Hopkins: "Ich bereite meiner Frau Kopfschmerzen"

München. Sir Anthony Hopkins ist der Typ zerstreuter Professor. “Ich bereite meiner Frau jede Menge Kopfschmerzen”, gesteht der 73-Jährige im Interview mit dem Fernsehsender Tele 5.

“Sie findet mich geistesabwesend und sagt, ich soll langsamer machen. Manchmal laufe ich gegen Türen und Wände. Meine Frau ist immer da, um mich zu bremsen, aber es ist hart für sie, weil sie sich Sorgen macht. Sie ist überzeugt, dass ich am Asperger-Syndrom leide, was ich nicht schlimm finde, weil Einstein das auch hatte.”

Ehefrau Stella klärt auch die Kleiderfrage im Hause Hopkins. “Sie sagt mir, was ich anziehen soll. Sie lässt mich nicht aus dem Haus gehen, ohne zu prüfen, wie ich aussehe.” Der einzelgängerisch veranlagte Schauspieler verdankt seiner besseren Hälfte einiges, wie er im Interview betonte: “Sie sagt mir, ich soll jeden Augenblick genießen. Manche meiner Freunde sind so unglücklich, dass ich mich am liebsten erschießen würde, wenn ich mehr als zehn Minuten mit ihnen zusammen bin. Einfach weil ich mich schuldig fühle, dass es mir so gut geht.”

Lange Zeit war Anthony Hopkins’ Leben von Furcht und Unsicherheit bestimmt. “Ich habe die Schule gehasst, weil mein Gehirn nicht mitwollte. Ich fühlte mich geächtet und isoliert. Meine größte Angst war, dass ich dumm bin und niemals etwas erreiche. Das ging so weiter, als ich erwachsen war.” Erst im reiferen Alter habe die Angst abgenommen. “Letztlich ist alles unsicher, also einfach weitermachen und nicht lange reden”, so Hopkins. “Auch am Set halte ich lieber die Klappe und fange einfach an. Das ist mir lieber als alles zu analysieren.”

Während der Drehpausen erfrischt sich der Oscarpreisträger am Set gern mit einem Schläfchen: “Heutzutage sind die Arbeitstage sehr lang. Außer wenn man mit Woody Allen oder Clint Eastwood dreht. Die hören gerne früh auf. Ich persönlich halte das für eine gute Idee.”

Foto: wenn.com