Sonntag, 25. September 2011, 18:10 Uhr

Das Supertalent: Bestellte Deppen und willkommene Schicksale

Köln. Gestern Abend lief die dritte Ausgabe der RTL-Zirkusshow „Das Supertalent“. Man konnte wieder mal die unterschiedlichsten Talente bewundern und auf den einen oder anderen hätte man auch gerne verzichtenkönnen.

Zum Beispiel auf den 44-jährigen Anton Stolwitzer aus Wien, der einen wenig überzeugenden Gesang und nachfolgenden völlig überflüssigen Strip ablieferte. Alles schon x-mal gesehen!

Oder aber Micaela Schäfer (27) und ihre Gesangspartnerin Franziska Czurratis, die eine schräge Schlagernummer sangen und von Dieter Bohlen nur die Worte „Visuell seid ihr der Hammer, aber der Gesang reicht nicht“ zu hören bekamen.

Da ahnt man, das wurde von RTL in Auftrag gegeben, flugs ein Song aufgenommen und das Ganze verpackt in „Wir wollen jetzt Popstars werden“. Und so werden auch die Zuschauer für Deppen gehalten.
Diesen Deppen vor den Fernsehgeräten kommen zunehmend Zweifel, dass sich diese Leute freiwillig auf diese „Castingbühne“ gestellt hätten…

Absolut stümperhaft sind die Zuschauer-Reaktionen zusammengeschnitten, die teilweise gar nicht zu den Kommentaren der Juroren passen und was viel schlimmer wiegt, auch speziell aufgenommen wurden, wie beispielweise die dämlich aufgesetzte Daumen-runter-Pose.

Die Show lebt von der Mischung aus Idioten, die sich zum Affen machen, professionellen Talenten, die aus aller Welt eingeflogen werden, und jenen ganz wenigen Talenten, die noch keine Profis sind, aber mal einer werden wollen. Insofern hat die Redaktion ganze Arbeit geleistet.

Und die Show funktioniert. Solange Deppen wir wir drüber berichten.

Doch es gab auch berührende Momente und beeindruckende Talente in der gestrigen Show. Neben der 32-jährigen Merante van Amersfoort aus Holland berührte die 13-jährige Marlene Wenzig aus Einbeck in Niedersachsen.

Sie sang „Mama Do“ von Pixie Lott und die Jury schwärmte von der Kleinen. Doch sie trägt ein schweres Los, denn Marlene leidet seit ihrer Geburt an Mukoviszidose, eine Krankheit, die Lungen und Bauchspeicheldrüse angreift. Womit wir wieder in der Supertalent-Abteilung „Schicksal trifft auf Emotionen“ wären.

Agniezka Ottawa aus Marbur in, Hessen zum Beispiel, auch genannt Svenja, ist von Geburt an blind. Sie kam allein zum Casting und brachte das Publikum mit dem Song „Beautiful“ von Christina Aguilera zum Weinen. Motsi Mabuse allerdings gab der 19-jährigen, die leidenschaftliche Karaoke-Sängerin ist und ihre eigene Website hat, ein Nein. Aber Svenja kam weiter durch zwei „Jas“ von Dieter und Sylvie.

Auch für alle Sportliebhaber gab es etwas zu sehen. Die Flying Bike Boys Manuel, Christian und Joe Louis begeisterten das Publikum mit BMX-Stunts. Sie holten sich Motsi Mabuse auf die Bühne und vollführten über sie hinweg, ein paar spannende aber auch gefährliche Sprünge mit ihren BMX-Rädern. Die drei kamen trotz ihrer Idee nicht weiter.

Was sollten sie auch beim nächsten Mal anderes bieten?

Fotos: RTL/Stefan Gregorowius

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