Mittwoch, 28. September 2011, 21:50 Uhr

DJ Shadow: Alles über's Meisterwerk "The Less You Know, The Better"

Berlin. DJ Shadow (38, eigentlich Josh Davis) hat für sein kommendes Werk (ein wahres Meisterwerk!) nicht nur etliche Samples aus seiner über 60.000 LPs umfassenden Sammlung, sondern obendrein auch drei fiktionale Wortführer herbeizitiert: Ein als Cartoonfigur gezeichnetes Mobiltelefon, ein Tablet und ein Laptop. Shadow feiert damit jedoch keineswegs unser digitales Zeitalter.

Im Gegenteil: Der Kalifornier kritisiert mit seinen Gadget-Comicfiguren und deren Kommentaren den zynischen Grundton, der im digitalen Zeitalter vorherrscht, den übersättigten Miesmacher-Tonfall, der gewissermaßen schon zur Netiquette gehört. Laut Shadow stehen diese drei Figuren also sinnbildlich für die Art und Weise, wie in der aktuellen Netz- und Medienlandschaft über Musik diskutiert wird.

Der Producer-Veteran wollte für sein neues Album das Marktschreierische und Prahlerische als solches Enttarnen und ausnahmsweise mal nicht mitspielen. Dann schon lieber schweigen – und sich voll und ganz auf die Sache konzentrieren.

Ähnlich wie die zeitlosen HipHop-Meilensteine von Public Enemy oder De La Soul, auf denen diverse Styles und Genres aufeinanderprallen, jeder Track anders klingt, präsentiert auch Shadow auf dem vierten Album ein breit gefächertes und vielschichtiges Klangspektrum.

Auf seinem neuen Album „The Less You Know, The Better“ existieren satte Beats, vereinzelte Gitarren, klassische HipHop-Banger und wunderschöne Melodien nebeneinander. Zu den Highlights zählen unter anderem „Scale It Back“ feat. Little Dragon, „Stay The Course“ feat. Talib Kweli & Posdnous (De La Soul), „Warning Call“ feat. Tom Vek oder auch der Folk-Track „Sad And Lonely“, der sogar mit einem Vocal-Sample aus den Fifties daherkommt. Allein die Gästeliste zeigt, auf was für unterschiedliche Ebenen sich Shadow auch dieses Mal begibt.

Fotos: Tony Papesh