Montag, 03. Oktober 2011, 21:43 Uhr

George Harrison: Bewegende Doku von Martin Scorsese auf DVD

London. Er wurde als der “stille” Beatle mit einer spirituellen Seite weltberühmt. Aber eine neue Dokumentation über George Harrison, produziert von seiner Frau, enthüllt die Wahrheit über seine Frauengeschichten, den Drogenkonsum und den Rock ‘n’ Roll-Exzessen.

Die dreieinhalbstündige BBC-Dokumentation “George Harrison – Living in the Material World” zeigt den Musiker und auch seine Bandkollegen Sir Paul McCartney und Ringo Starr, hautnah mit allen geheimen Seiten.

Seine Witwe Olivia erzählte nun, wie sie versuchte damit umzugehen, dass die Frauen sich zu ihm hingezogen fühlten. “George mochte die Dinge, die Männer mögen. Er war heißblütig.”

Gitarren-Legende Eric Clapton spricht ausführlich über seine Beziehung mit Georges erster Frau, Pattie Boyd. Als Clapton seinem Freund George sagte, dass Pattie ihm gefällt, sagte der Beatle: “Du kannst sie haben.” Clapton glaubt, dass dies ein Beispiel für seine offene Haltung zu sexuellen Beziehungen war.

Es wird auch gemunkelt, dass George auf einer Drogen-Party mit der Frau von Rolling Stone Ronnie Wood geschlafen hat, sowie auch mit der Frau von Ringo Starr bei einer anderen Gelegenheit. Und auch mit Madonna soll der unscheinbare Beatle eine Affäre gehabt haben.

Der Dokumentarfilm von Star-Regisseur Martin Scorcese, war gestern zur Premiere in London nur für einen Abend im Kino zu sehen und erscheint im Oktober in Großbritannien auf DVD.

Seine Witwe Olivia erzählte, dass die Produktion fünf Jahre dauerte. Sie war mit George seit 1978 verheiratet, bis Lungenkrebs sein Leben vor fast 10 Jahren beendete.

Im November 2001 starb Harrison im Alter von 58 Jahren.

Mit großer Aufrichtgkeit erklärte Olivia: “Er war wirklich ein freier Mensch und war nicht gerne an Regeln gebunden. Er mochte Frauen und Männer, die es genauso taten, wie er. Und was auch immer er zu einer Frau sagte, es hatte immer eine tiefgreifende Wirkung auf sie. Ich war nicht die einzige Person die mit ihm zusammen war und ihn liebte. Das war immer eine Herausforderung.”

Vor ihr war George Harrison acht Jahre mit Pattie Boyd verheiratet. Nach der Trennung war sie mit seinem Freund Eric Clapton liiert. Die beiden Männer blieben auch noch Freunde, als Pattie Clapton heiratete. Einer der schlimmsten Momente in Georges Leben war der Moment, als der schizophrene Stalker Michael Abram in sein Landhaus in Oxfordshire einbrach und mitten in der Nacht achtmal auf ihn einstach. Olivia erzählte “Ich rannte in den Raum und nahm einen Schürhaken. Ich traf den Mann mehrere Male.”

Georgs einziger Sohn Dhani (33, Foto oben), glaubt, dass der Angriff, den Kampf gegen der Krebs, der im Jahr 1997 diagnostiziert wurde, noch mehr belastete. “Er war sehr schwer verletzt. Es dauerte definitiv Jahre, zu versuchen, den Krebs zu bekämpfen und dann passierte so etwas.”

In dem Dokumentarfilm erzählt George auch über seine Liebe zu indischer Mystik, dem geistlichen Leben und unter anderem auch über seine LSD-Sucht.

Viele Personen loben in dem Film vor allem die Musikalität von George Harrison. Obwohl Lennon und McCartney die wichtigsten Songwriter bei den Beatles waren, schrieb George deren Hits “Something” und den Welthit “Here Comes the Sun”.

Er hatte auch große Erfolge als Solo-Künstler, darunter die Nr 1 “My Sweet Lord.” Und während er behauptete, dass er nicht an materiellen Dingen interessiert sei, hinterließ er 99 Millionen Dollar . Im Dokumentarfilm weint sein Bandkollege Ringo Starr, als er sich an das letzte Treffen erinnert. George war damals bereits an Krebs erkrankt. “Ich musste nach Boston fahren,weil meine Tochter einen Gehirntumor hatte und die letzten Worte, die ich von George hörte waren “Willst du, dass ich mitkomme?” Tja, das war George.”

Das Buch “George Harrison: Living in the Material World” von Olivia Harrison, erscheint heute. Die gleichnamige DVD erscheint am 8. Dezember in Deutschland.