Montag, 03. Oktober 2011, 10:22 Uhr

Moby: "Ich habe Frieden mit meiner Schlaflosigkeit geschlossen"

Berlin. Moby akzeptiert es, Schlafprobleme zu haben und hält dies für den besten Umgang mit dem Problem. Der US-amerikanische Musiker hat zu seinem aktuellen Album ‘Destroyed’ einen Bildband herausgebracht, dessen Fotos von  seinen nächtlichen Streifzügen durch fremde Städte erzählen.

Im Interview mit ‘blu.fm’ wird er gefragt, wie er damit umgehen würde, trotz seines stressigen Leben nachts nicht schlafen zu können und antwortet: “Ich habe Frieden mit meiner Schlaflosigkeit geschlossen. Ich sage mir: Wenn man Insomnie hat, ist das in Ordnung.” So halte er es für “die einzige Möglichkeit die Situation zu verbessern”, wenn man “sich keine Sorgen darüber macht”.

Darüber, warum er nicht schlafen kann, habe er sich auch schon oft Gedanken gemacht und er stellt eine Vermutung an: “Meine schräge Theorie ist: Wenn deine Kindheit instabil verläuft, bist du der perfekte Kandidat für Schlaflosigkeit.” Moby erklärt: “Ich hatte eine sehr angsterfüllte Kindheit, da war viel Unsicherheit. Ich habe also in frühem Alter gelernt, was es heißt, sich Sorgen zu machen. Deshalb ist mein Körper vermutlich immer noch auf Anspannung eingestellt.”

Die Kindheit des Sängers, der lange zeit unter Alkohol-und Drogenprobleme litt, sei von Unbeständigkeit und Armut geprägt gewesen und er erläutert: “Wir sind viel umgezogen. Wir waren sehr arm. Da war viel Gewalt um mich herum, Alkoholismus und Drogenmissbrauch. Drogendealer und die Hells Angels gingen bei uns zu Hause ein und aus. Leute wurden erschossen, erstochen, da war einfach viel aggressiver Wahn.”

Seine schlaflosen Stunden habe Moby mit der Zeit zu nutzen gelernt.

Heute genieße er diese ruhigen Stunden, wenn alle anderen schlafen. ” Du sitzt in deinem Studio, und die Welt fühlt sich plötzlich ganz ruhig an. Zeit erscheint dann so kostbar. Es ist dann aufregend, beschäftigt zu sein. Ob du nun ein Buch liest, fotografierst, schreibst oder einen Film guckst.” (Bang)

Foto: AEDT/Wenn.com