Mittwoch, 05. Oktober 2011, 22:32 Uhr

Conrad Murray: Mails enthüllen falsche Namen von Michael Jackson

Los Angeles. Conrad Murray soll Michael Jackson in seinen Kontakten mit einem falschen Namen gespeichert haben. Der Prozess gegen den ehemaligen Leibarzt des Sängers, der sich der fahrlässigen Tötung seines Patienten verantwortlichen muss, ging heute in die siebte Runde.

Im Laufe der Verhandlung wurde Sally Hirschberg in den Zeugenstand gerufen, die einer Firma vorsteht, bei der Murray jede Menge medizinische Versorgungsmittel bestellt haben soll. Darunter soll auch die Bestellung eines Infusionssets gefallen sein, die bei der Zeugin sofort Aufmerksamkeit erregte, da sie an eine Privatadresse in Kalifornien und nicht an eine Klinik ging.

Später wurde Stephen Marx in den Zeugenstand gerufen. Der Computerexperte hatte die Daten vom iPhone des Doktors analysiert und darauf auch medizinische Informationen zu einem Patienten namens Omar Arnold gefunden – dies soll angeblich einer von Jacksons Alias-Namen gewesen sein, unter denen er verschreibungspflichtige Medikamente bekommen konnte. Auch unter dem Synonym Paul Farance soll der Sänger so Medikamente verschrieben bekommen habe.

Wie gestern bekannt wurde, soll der Arzt in den beiden Wochen vor dem Tod des Sängers 15 Liter des Narkosemittels Propofol eingekauft haben, das in einer Überdosis zum Tod Jacksons geführt hatte; auch hier gab Murray eine Privatadresse an.

Der Apotheker Tim Lopez hatte im Zeugenstand ausgesagt, dass Murray ihm als Begründung für die hohe Menge des Mittels angab, dass er damit Patienten in seiner Klinik in Los Angeles behandle – eine solche Klinik hat es jedoch nie gegeben. Stattdessen ließ der Mediziner das Medikament an seine Freundin Nicole Alvarez liefern. (Bang)