Mittwoch, 05. Oktober 2011, 12:34 Uhr

Suede-Frontmann Brett Anderson mit neuem Album zurück

Berlin. Sechs Jahre nachdem er Suede aufgelöst und in denen er drei balladeske Solo-Alben veröffentlicht hat, kehrt Brett Anderson mit einem Band Album zurück. Nach den Reunion-Konzerten waren die Hoffnungen hoch, dass es neues Material von Suede geben könnte. Was jetzt passiert ist, sollte alte Fans genau so sehr begeistern.

Brett Anderson hat eine neue Band um sich geschart und ein Album aufgenommen, dass den Suede Sound fortführt. David Bowie ist immer noch ein hörbarer Einfluss, aber „Black Rainbows“, das am 14. Oktober erscheint, ist kantiger.

Die Idee zur Rückkehr zum rockigen Band Sound kam Anderson bei einem Konzert von „The Horrors“ 2009: „Es war gar nicht so sehr das Konzert selber, obwohl es großartig war. Ich war sehr früh gekommen und habe so mitgekriegt wie die Roadies das Set Up besorgten. Und ich dachte, das will ich auch mal wieder machen. Das Set Up, all die kleinen Details befeuerten meine Imagination. Ich war bereit wieder Rock zu machen.“

Der wirklich mutige Schritt war aber einer, der von seiner üblichen Arbeitsweise weg führte. Leo Abrahams, sein Produzent, schlug vor die Basic Tracks im Studio zu improvisieren. Brett Anderson dachte zunächst: „Das ist bekloppt. So werden keine Alben gemacht. Zumindest habe ich noch nie so ein Album gemacht. Bislang habe ich immer alles sehr genau vorbereitet. Ich fragte mich, wie das funktionieren soll.“

Er ließ sich dann aber doch darauf ein. Zu diesem Zweck luden er und Brett den Jazz Rock Drummer Seb Rochford (Polar Bear, Acoustic Ladyland) und den Bassisten Leo Ross (The Big Pink) ein. Abrahams selbst spielte die Gitarre.

Die Gruppe ging für eine intensive dreitägige Session in das Miloco Studio in London. Es war eine Session, die anders war als alles was Anderson in seinen zwei Dekaden im Music Business erlebt hat. „Wir haben gejammt. Das heißt: ich habe kein Instrument gespielt, sondern ich stand hinterm Mischpult und habe die grobe Richtung vorgegeben. Ich hatte einen Haufen Platten dabei. Public Image Ltd., Siouxsie & the Banshees, ein paar Interpol Stücke, aber auch Nico. Ich wollte, dass der Geist dieser Platten im Raum ist.“ Die von Anderson kuratierten Jams wurden von Leo Abrahams editiert und Anderson schrieb in seinem Haus in West London davon ausgehend seine Songs.

Es stellte sich heraus, dass die ungewöhnliche Arbeitsweise ihm entgegen kam: „Ich bin wie ein Terrier wenn ich das Gefühl habe, dass da etwas Gutes an einem Stück ist. Ich kann nicht aufhören, daran zu arbeiten.“

Aus dem Material machte Anderson sein gelungenstes Album seit „Coming Up“ von Suede. Und es ist das erste Brett Anderson Album, das man als eine Fortführung seiner Arbeit mit Suede betrachten kann. „Ich habe an dem Album gearbeitet als wir die Suede Reunion Gigs gemacht haben. Und ich habe mich durch die Gigs daran erinnert, was mir an der Arbeit mit der Band in der Vergangenheit gefiel. Wir haben „The Birds“ und „Asphalt World“ gespielt und das hat mir den Impuls gegeben Material zu schreiben, dass mit diesen alten Songs mithalten kann. Ich umarme die Vergangenheit auf diesem Album und verleugne sie nicht mehr wie in den Jahren nach der Suede Trennung.“

Und das heißt, das Brett Anderson wieder die Sorte Songs schreibt, die er immer schon am besten konnte. Songs über Beziehungen in der Großstadt. „Ich bringe die Details und die Neurosen.“, beschreibt Brett Anderson lachend seinen Anteil an „Black Rainbows“. Seine einzigartige Stimme und seine speziellen Texte entwickeln Suedes Ausloten der dunklen Wendungen des Lebens und der Liebe weiter. Anderson glaubt, dass „Black Rainbows“ nur ein Schritt auf seinem Weg ist.

„Bei diesem Album habe ich definitiv das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein. Und ich glaube, dass das nächste Album sogar noch besser wird. Ich weiß jetzt wieder worüber ich schreiben will. Und zwar über die unendlich faszinierenden Details von menschlichen Beziehungen. Liebeslieder und Hasslieder, Lieder über Eifersucht, Sex und Wut sind die Währung von Pop und sie werden es immer sein.“