Donnerstag, 06. Oktober 2011, 23:50 Uhr

"Bully“ Herbig: "Jeder Fehler hängt mit dem nächsten Erfolg zusammen"

München. Ob als Comedian, Regisseur oder wie in seinem neuen Film „Hotel Lux“ (Start: 27.10.) erstmals als Charakterdarsteller – was Michael „Bully“ Herbig anpackt, wird zum Erfolg. Dennoch ist der 43-Jährige bereit, Neues zu lernen: „Man sollte sich nie zu alt fühlen, um wieder mal der Lehrling zu sein“, sagte Herbig jetzt im Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly und bezieht sich damit auf seinen Rollentausch während der Dreharbeiten zu „Hotel Lux“ (siehe Fotos).

„Ist doch fantastisch, wenn man zuschauen kann, wie ein Leander Haußmann das als Regisseur angeht oder Schauspielerkollegen ihre Rollen anlegen.“ Dass diese Lernfähigkeit die Karriere fördert, zeigt auch Herbigs Einstellung zu vergangenen Fehltritten: „Eigentlich waren alle Fehler wichtig, denn sie hängen unmittelbar mit dem jeweils nächsten Erfolg zusammen.“

Und obwohl das Multitalent heute mit erfolgreichen Filmen brilliert, hatte Herbig anfangs mit Rückschlägen zu kämpfen: „Ich wurde von der Filmhochschule abgelehnt und stand erst mal vor einem Scherbenhaufen meiner Lebensplanung. Damit hatte ich nicht gerechnet.“

Trotzdem hält Herbig diese Zeit rückblickend für eine wichtige Phase in seinem Leben: „Ich vermute, dieses Gerede, dass die 20er eine weitere Teenagerphase sein sollen, hat wohl eher was mit Bequemlichkeit zu tun. Man muss seine 20er nutzen. Das Potenzial, das man in dieser Zeit hat, wird oft unterschätzt. Das sind extrem wichtige Lehrjahre. Freie Wochenenden gab es bei mir eher nicht, aber es hat mich nicht gestört – es hat tierisch Spaß gemacht.“

Dieser Ehrgeiz wurde belohnt: „Mein Leben teilt sich tatsächlich in zwei Phasen: vor „Der Schuh des Manitu“ und danach. Was da auf mich zukam, war gewaltig. Ich war froh, dass ich kein Teenager mehr war“, so Herbig.

In privater Hinsicht rät der Comedian, nichts zu übereilen: „Die erste heiße Liebe sofort vor den Traualtar zu schleppen halte ich für mutig. Es bleibt leider eine Ausnahme, dass so jung geschlossene Ehen ein Leben lang halten.“

Der 43-Jährige, selbst seit acht Jahren verheiratet und Vater: „Ich hatte immer gute Beziehungen, aber sie hatten keine Priorität. Zumindest bis 30 sollte man sich ausprobieren, es ist die Zeit, um rauszufinden, was man wirklich will.“

Fotos: Constantin