Donnerstag, 06. Oktober 2011, 22:29 Uhr

Scarlett Johansson will Barack Obama wieder unterstützen

München. Stark, selbstbewusst, emanzipiert – Hollywoodstar Scarlett Johansson ist das Sinnbild einer modernen, unabhängigen Frau. Dennoch oder gerade deshalb spricht sich die 26-Jährige gegen ein Burka-Verbot aus, wie es in einigen Ländern geplant ist oder bereits umgesetzt wird.

„Es ist lächerlich, jemandem vorzuschreiben, welches Kleidungsstück er tragen soll und welches nicht. Mehr noch: Es ist absurd“, so Johansson jetzt im Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly. „Die wenigsten Muslimas werden gezwungen, Burka zu tragen. Die meisten drücken durch sie vielmehr ihre religiöse Überzeugung aus. Was sollen diese Frauen also tun, wenn sie im Sommer andere Länder besuchen? Für drei Wochen beim Zoll ihre Überzeugungen abgeben? Wir sind doch verrückt geworden. Das ist eine gefährliche Debatte.“

Selbst sehr liberal erzogen und aufgewachsen, bereitet es der Schauspielerin Probleme, sich in Gesellschaften zu bewegen, deren Lebensparameter sich von ihren eigenen stark unterscheiden: „Besonders hart ist es, mich in Staaten zu bewegen, deren Gesellschaft auf der Unterdrückung der Frau basiert. Das kann ich wirklich nur schwer ertragen“, so Johansson. Der populären Behauptung, der Feminismus werde nicht mehr gebraucht, weil alle seine Ziele erreicht seien, widerspricht Johansson mit Nachdruck: „Eine lachhafte These. Millionen von Frauen auf der ganzen Welt werden misshandelt und diskriminiert. Der Kampf um Gleichberechtigung ist noch lang nicht gewonnen, vielmehr hat er sich zum globalen Ziel weiterentwickelt. Allen, die das bestreiten, rufe ich zu: Ihr seid Ignoranten. Träumt weiter.“

Doch Johansson kritisiert nicht nur gesellschaftliche Missstände, sie ist auch selbst politisch aktiv: 2008 unterstützte die New Yorkerin Barack Obama bei seinem Wahlkampf. Mit der Politik des amerikanischen Präsidenten ist sie trotz der angespannten Lage der Nation zufrieden: „Barack hat viel Positives bewirkt. Die Gesundheitsreform beispielsweise, die er trotz der beschriebenen Blockadepolitik durchgesetzt hat. Er hat auch mit dem Abzug aus dem Irak begonnen – gleichzeitig aber den Krieg in Afghanistan forciert. Wissen Sie, er steckt in einem ungeheuer komplizierten Prozess. Er braucht einfach Zeit.“

2012 will sie Obama erneut zur Seite stehen: „Ich werde Barack unterstützen und plane Wahlkampfaktionen mit seiner Administration. Ich bin auch zuversichtlich, dass ihm die Wiederwahl gelingen wird, denn die Republikaner werden keinen Kandidaten aufstellen können, der stark genug wäre.“