Freitag, 07. Oktober 2011, 10:52 Uhr

TV-Ikone Larry Hagman: "Ich bin ein professioneller Lügner“

München. Als konservativer Erdöl-Magnat J.R. Ewing verkörperte Larry Hagman in der Kultserie „Dallas“ 12 Jahre lang den „Vorzeigetexaner“ und „Bad Guy“. Im Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly erklärt der Hollywoodstar, der politisch links-alternativ ausgerichtet ist, jetzt wie er diese Rolle so überzeugend spielen konnte: „Ich bin in meinem Beruf ein professioneller Lügner. Ich folge dem Drehbuch, das man mir gibt – und fertig.“

Die Engagements, in denen er intolerante Charaktere verkörpern kann, haben für den Schauspieler einen besonderen Reiz: „Sprechen wir es doch aus: Ich habe diese Rollen als Arschlöcher angelegt. Vielleicht weil ich selbst eins bin? Keine Ahnung. Es machte Spaß, es so zu machen.“

Zu Beginn seiner Karriere eiferte Hagman noch Vorbildern wie John Wayne oder Kirk Douglas nach, von denen er in erster Linie zwei Attitüden übernahm: „Rauchen und saufen. Das war keine besonders gute Lektion – ich habe sie leider recht fleißig umgesetzt. Deshalb musste ich mir vor ein paar Jahren eine neue Leber transplantieren lassen“, so der 80-Jährige im GQ-Interview.

Von diesem „Colttypus“, wie Hagman ihn nennt und zu dem er auch den Ex-US-Präsidenten George W. Bush zählt, hält er heute wenig: „Bush war eine Schande für das Land. Wenigstens hat mit ihm die Cowboytruppe endgültig ausgesorgt. Leider sind aber noch immer genug Flatulisten in der Politik unterwegs. Sie negieren alles, was wir an Fortschritt und Wissen haben. Sie bleiben bei ihren starren Überzeugungen“, bewertet Hagman das politische Parkett der USA.

Warum sich in den Machtpositionen noch immer dieser Politikertypus befindet, glaubt er ebenfalls zu wissen: „Vielleicht aus demselben Grund, weshalb alle J.R. lieben: Wir haben einen seltsamen Hang zu Arschlöchern.“

Im Gespräch mit GQ präsentiert sich der US-Serienstar als Fan der deutschen Hauptstadt – samt des Regierenden Bürgermeisters: „Berlin ist eine tolle Stadt. Und mein Eindruck ist, dass Klaus Wowereit in den letzten Jahren daran einen guten Anteil hat.“ Ob Wowereit in seinen Augen auch das Zeug zum Kanzlerkandidaten hat, lässt Hagman jedoch offen: „Vielleicht – allerdings wird auch in Berlin deutlich zu wenig für erneuerbare Energien getan“, so der Umweltaktivist. Trotzdem glaubt er: „Der Atomausstieg ist ein Beispiel für die Zukunftsfähigkeit der Deutschen. Leider sind die USA da noch sehr unterentwickelt, wir nutzen Solarenergie kaum.“

Foto: wenn.com