Freitag, 07. Oktober 2011, 20:47 Uhr

Sind "Wilhelm Tell Me" das nächste große Ding im Popzirkus?

Berlin. Über Musik und Klänge zu reden ist ja immer furchtbar mühselig. Oft und gern werden deshalb Vergleiche mit namhaften Größen gezogen. Von “Wilhelm Tell Me” sagten doe Leute schon, man höre da Phoenix, Two Door Cinema Club, Hot Chip, Miike Snow, Metronomy, Delphic oder Empire of the Sun heraus. Und auf dem neuen Album auch noch Fenech-Soler, When Saints go Machine, The Notwist oder gar Bronski Beat!

Das ist ja alles nicht sooo falsch: Indie-Wave und Elektro-Pop wären darum zwei taugliche Hilfsvokabeln, um sich dem Sound der vier Herren zu nähern.

Aber drei Sachen sind hier einmal festzustellen. Erstens: “Wilhelm Tell Me” beherrschen ihre Werkzeuge, daran besteht kein Zweifel. Zweitens: Die haben wirklich produziert. Die haben eine Vision von ihrer Musik und dafür, man merkt das deutlich, stundenlang an den Effektreglern gefrickelt und gebastelt.

Und damit drittens: Das hier hat man von einer deutschen Pop-Band so bisher höchst selten, vielleicht noch nie gehört – Zeit wird’s!

Zungen behaupten, “Wilhelm Tell Me” haben sich an der Uni im Seminar „Der Rütlischwur und seine Bedeutung für die Konstitution des europäischen Nationalstaates“ kennengelernt. Tatsächlich war das aber ungefähr so: Nachdem ein talentierter, musikaffiner, junger Mann das beschauliche
Münster verlassen und nach Hamburg gegangen war, im Gepäck ein Philosophiestudium und die Erfahrung mit einem Soloprojekt, tat er das, was Menschen seit Generationen machen, wenn sie sich zum Zwecke gemeinsamer Produktion zusammentun wollen und schaltete eine Annonce.
Ende 2009 war das. Der Rest lässt sich abkürzen mit: Sich treffen, sich gut finden, schreiben und proben der ersten eigenen Single „Oh My God“ auf dem eigenen Label „Less Apocalypse Records“.

Man bespielte die gesamte Republik und osteuropäische Nachbarn. Man gewann den Intro-Contest und spielte auf dem „Melt!“-Festival. Man überzeugte die „VW Soundfoundation“ und die „Initiative Musik“ und bekam deren Unterstützung. Man brachte mit „Ghost“ eine zweite Single heraus. Nur wenig hat sich “Wilhelm Tell Me” bis dato in den Weg gestellt, von dem einen Wildschwein einmal abgesehen, dessen Geschichte zu erzählen hier zu weit führen würde. Und dann kam der Moment, wo man als Band an sich selber wachsen muss. Dieser komische Sommer des Jahres 2011, wo all das bisher erlebte und geschriebene kulminierte und ein Album erwuchs.

Also, liebe MusikliebhaberInnen: Synthies und Hornbrillen kennen Sie? Hemden und Schnauzbärte haben Sie schon mal gesehen? Macht ja nichts. Denn diese Herren machen – bei diesem Plattencover überraschend – Ernst mit Pop und Pop mit Ernst. Zweiflern sei geraten, Wilhelm Tell Me dem Live-Test
zu unterziehen: Die haben so eine undogmatische Spielfreude, dass mühelos sichtbar wird, wie „live“ die Erweiterung, die Vervollkommnung ihrer Arbeit ist.

Und weil Neugier das Allerschönste überhaupt ist, soll hier ein Tipp gegeben und offen gelassen werden: Wer die Chance hat, der frage die Herren
einfach mal etwas. Zum Beispiel, was es mit dem Wildschwein auf sich hat. Oder wie sie auf ihre Titel kommen: „Less Apocalypse Records“, „Excuse My French“, natürlich auch „Wilhelm Tell Me“. Denn zu erzählen haben die etwas…

Das Album ‘Excuse My French’ kommt am 7. November auf den Markt!

Tourdaten:

02.12.2011 Wolfsburg Sauna Club, DE
03.12.2011 Berlin Leeve Club, DE
07.12.2011 Köln Subway, DE
09.12.2011 Leipzig Neues Schauspiel, DE
10.12.2011 Kassel ARM, DE
11.12.2011 Regensburg Heimat, DE
12.12.2011 Innsbruck Weekender, AT
13.12.2011 Nürnberg Club Stereo, DE
14.12.2011 Frankfurt Ponyhof, DE
15.12.2011 Würzburg Cairo, DE
16.12.2011 München 59:1, DE
17.12.2011 Hildesheim Kofa, DE
20.01.2012 Bremen Tower, DE
25.01.2012 Münster AMP, DE
26.01.2012 Göttingen Noergelbuff, DE
27.01.2012 Halle Objekt 5, DE
03.02.2012 Waidring Snowballfestival, AT
04.02.2012 Plauen Club Zooma, DE