Sonntag, 09. Oktober 2011, 20:53 Uhr

"Endlich" bald im Kino: Hinter den Kulissen des Todes

Berlin. Was geschieht mit uns nach unserem Tod? Durch wessen Hände gehen unsere Körper, bis sie endgültig aus dieser Welt verschwunden sind? Am 3. November kommt der Dokumentarfilm “Endlich” ins Kino und der macht sich auf die Suche nach den geheimnisvollen Orten der Toten.

denn in diesem Schattenreich regieren die Todesdienstleister, die Tröster und Entsorger.

Der Zuschauer wird mit auf den Weg genommen: vom Krematorium Berlin bis zu einer Grabrednerin, die ein letztes lebendiges Bild von Verstorbenen ohne Hinterbliebene entstehen lässt, das zu ihnen passt. Eine Grabrede in leerer Kirche, die außer dem Zuschauer nur noch die Tote zu hören scheint und sich dem Vergessen widersetzt.

Wie wir im Leben Kontakt mit den Toten aufnehmen können, zeigt ‘Endlich’ zum einen höchst emotional im Rahmen einer Familienaufstellung, zum anderen macht ein wiederholt auftretender Chor auf poetisch-verstörende Weise die Stimmen der Toten für uns hörbar. Dem Tod auf der Spur zeigt der Film dem Zuschauer ungesehene Orte und entführt in eine faszinierende und bislang verborgene Welt.

‘Endlich’ gibt einen Einblick in die Zeit direkt nach dem Ableben; dahin, wo viele nicht hinsehen wollen, obwohl es dort sehr friedlich und gar nicht unheimlich zugeht – ein sachlicher und zugleich beruhigender und liebevoller Blick auf den Anfang nach dem Ende.

Die Dokumentation von den Regisseurinnen und Autorinnen Katja Dringenberg und Christiane Voss ist ein lebendiger Essayfilm über Geister oder die ganz normale Präsenz des Todes im Leben; über das unmittelbare Danach, über die Menschen, die sich des Leichnams annehmen – mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie der Tod zum Leben gehört.

‘Endlich’ wurde von Tom Tykwer produziert.

Fotos: X-Verleih