Dienstag, 11. Oktober 2011, 19:16 Uhr

"Homevideo": Preisgekrönter Film über Cyber-Mobbing im TV

Berlin. Am Mittwoch, 19. Oktober um 20.15 Uhr zeigt die ARD mit „Homevideo” den ersten deutschen Fernsehfilm, der sich mit dem brisanten Thema „Cyber-Mobbing” auseinandersetzt. Die Hauptrollen in dieser TeamWorx-Produktion spielen Jonas Nay, Wotan Wilke Möhring und Nicole Marischka.

Im unmittelbaren Anschluss an die Ausstrahlung von „Homevideo” im Ersten diskutiert Anne Will um 21.45 Uhr das Thema mit ihren Gästen. Parallel findet ein Live-Video-Chat statt.

„Homevideo” wurde Anfang Oktober mit dem Deutschen Fernsehpreis als Bester Fernsehfilm ausgezeichnet. Außerdem erhielt der jugendliche Hauptdarsteller Jonas Nay den Förderpreis Bester junger Schauspieler.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen sagte dazu: „Die wachsende Gefahr des ,Cyber-Mobbings‘ unter Jugendlichen ist ein ernstzunehmendes Problem, dem wir deshalb einen kleinen Thementag am Mittwochabend widmen. Ein Programm gerade für Familien und jüngere Zuschauer, denn hier geht es nicht nur um ein wichtiges Thema, sondern vor allem zeigen wir mit ‚Homevideo‘ einen hervorragenden Fernsehfilm. Ein Film, der nie belehrend wirkt, und doch in seiner bestürzenden Realitätsnähe lehrreich ist. Bestes öffentlich-rechtliches Fernsehen also zur besten Sendezeit im Ersten.”

Und darum geht’s: Jakob (Jonas Nay) ist ein verschlossener, sensibler 15-Jähriger mitten in den Wirren der Pubertät. Er filmt alles mit seiner Videokamera, was ihn gerade bewegt, und liebt ungewöhnliche Fotos. Seine Eltern Claas (Wotan Wilke Möhring) und Irina (Nicole Marischka) wissen wenig von ihm, zu sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt. Sie stecken in einer Ehekrise – beinahe täglich wird Jakob Zeuge eines Streits. Als Jakobs Mutter ihm eröffnet, dass sie sich von Claas trennen und ausziehen wird, zieht er sich nochmehr in sich zurück.

Auch in der Schule bekommt Jakob Probleme, doch eigentlich ist ihm das alles egal, denn er hat nur Augen für Hannah (Sophia Boehme), in die er verliebt ist. Als er gerade beginnt, ihr näher zu kommen, gerät ein selbstgedrehtes, kompromittierendes Video von Jakob in die Hände seiner Mitschüler. Noch bevor Jakob es sich zurückholen kann, stellt es ein Mitschüler ins Internet – in kürzester Zeit verbreitet sich das Video in der ganzen Schule. Von allen Seiten wird Jakob daraufhin ausgelacht und gemobbt. Über das Internet erhält er in Chatrooms dutzende Hassbotschaften. Auch Hannah bricht den Kontakt ab. Jakob ist beschämt und verzweifelt; seine Eltern versuchen ihm zu helfen, ohne die Tragweite seines Unglücks wirklich zu erkennen.

Fotos: NDR/Gordon Timpen