Donnerstag, 13. Oktober 2011, 17:43 Uhr

Sido und Bushido haben sich (auch) wegen der Kohle zusammengetan

Berlin. Sido und Bushido wollen niemanden mehr dissen. Obwohl sich die beiden Rapper in der Vergangenheit spinnefeind waren, begruben sie vor kurzem das Kriegsbeil und nahmen gemeinsam das Album ’23’ auf, das am 21. Oktober erscheint. Während sie früher sogar in ihren Liedern ihre Abneigung füreinander kundtaten, beschränkten sie sich diesmal “nur” auf die Musik.

“Dieses Streitding ist kein Element meiner Musik mehr – was es früher definitiv mal gewesen ist”, erklärt Sido (30) gegenüber der ‘Frankfurter Rundschau’. Seiner Meinung nach seien er und Bushido (33) sogar die Vorreiter im “Rapper-Dissen” gewesen, fährt er fort. “Dass Leute denken, dass sie in ihrer ersten Single erstmal alle großen Rapper dissen und damit berühmt werden, das haben wir etabliert. Bei uns hat das auch funktioniert – aber bei keinem danach!”, ist sich der Hip-Hopper sicher und rät daher auch davon ab.

“Deshalb hoffe ich auch, diese anderen Rapperchen lassen sich von unserem Beispiel inspirieren und machen in Zukunft nur noch Musik. Deshalb ist das Album auch nur – ‘nur’ in Anführungsstrichen – Musik geworden.”

Wie die beiden Stars außerdem verraten, habe hinter ihrer Versöhnung auch finanzielles Interesse gesteckt. “Vertragen ist schön und gut, aber wir können auf diese Weise auch den einen oder anderen Euro machen, und das ist für uns definitiv wichtig”, gesteht Bushido.

Und Sido fügt hinzu: “Wenn man mit unseren beiden Namen einen Deal shoppen geht, kann man jede Plattenfirma fragen, und die kämpfen alle darum, dass sie den Deal bitte bekommen.”

Vor kurzem beteuerte Sido, dass die medienwirksame Fehde zwischen ihm und seinem Kollegen immer echt gewesen sei. “Es gibt ja Leute, die uns jetzt vorwerfen, dass wir das von Anfang an strategisch geplant hätten, uns über acht Jahre lang in der Öffentlichkeit zu streiten – um dann jetzt eine Versöhnungsplatte rauszubringen. Aber so schlau sind wir nicht”, sagte er im Interview mit ‘B.Z.’ und erklärte außerdem, dass die Feindschaft zu vergangenem Zeitpunkt sogar “durchaus Sinn gemacht” habe, “weil Konkurrenz nun mal das Geschäft belebt”, so der 30-Jährige. “Wenn da eben noch einer ist, mit dem du dich vergleichen kannst, und auch das Publikum ständig diesen Vergleich ziehen kann.”

Fotos: Murat Asian