Freitag, 14. Oktober 2011, 20:52 Uhr

Michael Jackson: Kriegt Dr. Murray nur Hausarrest statt Gefängnis?

Los Angeles. Michael Jacksons Leibarzt muss bei einer Verurteilung eventuell nur einen Hausarrest absitzen.
Der Arzt muss sich derzeit wegen fahrlässiger Tötung vor einem kalifornischen Gericht verantworten, da er dem Sänger im Sommer 2009 versehentlich eine tödliche Überdosis des Narkotikums Propofol verabreicht haben soll.

Bisher hieß es, dass ihm, sollte er schuldig gesprochen werden, bis zu vier Jahre hinter Gitter drohen. Nun berichtet ‘TMZ.com’ jedoch, dass er lediglich zu Hausarrest verurteilt werden könnte.

Da das Los Angeles County Gefängnis überfüllt ist, wurde im US-Bundesstaat Kalifornien ein neues Gesetz erlassen, demzufolge nicht gewalttätige Straftäter – eine Kategorie in die Dr. Murray fallen würde – statt ins Gefängnis in den Hausarrest geschickt werden.

Wie Informanten von den Strafvollzugsbehörden außerdem enthüllen, müsste Murray im Falle eines Schuldspruchs auch bei einem vollen Strafmaß nur zwei Jahre im Arrest verbringen.

In dem Prozess zieht sich indes allem Anschein nach die Schlinge für den Mediziner immer weiter zu. Erst gestern belastete ihn ein Experte im Zeugenstand und warf ihm vor, seine ärztliche Pflicht bei der Behandlung von Michael Jackson vernachlässigt zu haben.

“Es gab keinen ordentlichen Zugang zu medizinischen Geräten, der Notruf wurde verzögert und die Wiederbelebungsmaßnahmen waren unzulänglich – das führte letztendlich zu Jacksons Tod”, gab Dr. Nader Kamangar vor den Geschworenen zu Protokoll.

Auch die Tatsache, dass Dr. Murray keine Patientenakte für den Popstar führte, monierte er. “In der Medizin ist das notwendig. Wir können uns nicht um einen Patienten kümmern, wenn wir die Informationen lediglich in unserem Kopf abspeichern”, gab Dr. Kamangar zu bedenken. “Wir müssen alles dokumentieren. Das hilft uns, uns besser um unsere Patienten zu kümmern.” (Bang)

Foto: wenn.com