Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18:03 Uhr

Sarah Jessica Parker: "Ich fühle mich oft als eine Versagerin"

München. In ihrem neuesten Kinofilm „Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum“ (Kinostart 17. November) spielt Hollywoodstar Sarah Jessica Parker neben Pierce Brosnan und Christina Hendricks eine alleinerziehende Mutter, die Kinder und Karriere gleichzeitig zu stemmen versucht – ein Kraftakt, wie Parker weiß: „Respekt verdienen Mütter, die jeden Tag rotieren. Deshalb liegt mir dieser Film auch so am Herzen, er zeigt die Schizophrenie des Berufsalltags“, so die Schauspielerin jetzt im Exklusiv-Interview mit dem Magazin myself.

Die 46-Jährige, die selbst dreifache Mutter ist, kennt bei dieser Doppelbelastung auch das Gefühl des Scheiterns: „Frauen müssen sich in einer Männerwelt behaupten, sollen gleichzeitig professionell, gute Mütter und auch noch attraktiv sein. Nur zur Beruhigung: Auch ich bin keine perfekte Mutter und fühle mich oft als Versagerin.“ Trotzdem habe sie nie daran gedacht, die Schauspielerei aufzugeben: „Finanziell wäre es natürlich machbar, aber mein Beruf ist für mich existenziell. Wenn ich nicht mehr ich selbst sein darf, kann ich auch keine gute Mutter sein.“

Wie für jede Mutter ist auch für Parker der Alltag mit ihren Kindern manchmal kräftezehrend – sie bleibe jedoch zusehends gelassen, so die Schauspielerin im Gespräch mit der myself-Redaktion: „In meinem Alter verliert man nicht mehr so schnell die Nerven. Ich bemühe mich zumindest. Aber klar, durchwachte Nächte oder endloses Theater nerven.“

In Erziehungsfragen greift Parker auf ihre eigenen Erinnerungen aus der Kindheit zurück: „Meine Mutter ist für mich ein Vorbild. Vieles, was sie mir beigebracht hat, versuche ich an meine eigenen Kinder weiterzugeben: Disziplin, Anstand, Benehmen, Bescheidenheit. Und natürlich die Regel Nummer eins: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Die Orientierung an traditionellen Werten spielt für die Schauspielerin eine zentrale Rolle: „Bei der Erziehung bin ich konventionell. Klingt spießig, aber ich halte viel von Konventionen.“

Fotos: Centralfilm