Donnerstag, 27. Oktober 2011, 8:52 Uhr

Sido und Bushido befürchteten Gewalttaten unter ihren Fans

Berlin. Die beiden Rapper Sido und Bushido haben eigentlich Gewalttaten unter ihren Anhängern befürchtet. “Es gibt eben Hardcore-Fans, die diesen Streit viel ernster genommen haben als wir selbst”, sagte Sido jetzt in einem Interview mit dem Magazin Prinz. “Wenn einer mit einem Bushido-Shirt auf mein Konzert kam, hat die Security ein Extra-Auge auf ihn geworfen.”

Dazu sagte Bushido in dem gemeinsamen Interview: “Wir konnten nicht mehr kontrollieren, was in den Köpfen der Fans vorgeht. Das ist wie im Fußball mit den Ultras.”

Die beiden Musiker kennen sich seit 14 Jahren, die letzten sieben galten sie als verfeindet, was sie in ihren Rap-Texten oft beleidigend zum Ausdruck brachten.

Unter dem Titel “23” veröffentlichten sie jetzt ein gemeinsames Album, u.a. mit Peter Maffay als musikalischen Gast.

In den 10 Jahren ihrer Karriere ist es den beiden Rappern jedoch nicht nur gelungen, äußerst erfolgreich
Musik zu machen, sondern mindestens genauso erfolgreich ihren Streit fortzusetzen. So erfolgreich, dass
niemand in der Szene daran geglaubt hätte, einmal ein Kollaboalbum von ihnen in den Händen zu halten.

Den Anstoß, die andauernde Blutsfeindschaft endlich zu beenden, gab der Rapper im Dezember 2010, als er in seiner Single Bushido gute Besserung wu?nschte, der kurz vorher an den Bandscheiben operiert worden war.
Bushido war von dieser großen Geste tief beeindruckt, nicht zuletzt weil er kaum eine Gelegenheit ungenutzt
gelassen hatte, seinen bis dato Rivalen zu beleidigen. Er bedankte sich via Twitter und einige Zeit später folgte ein erstes Treffen bei DJ Desue im Studio, was Bushido direkt nutzte, um auch seine Differenzen mit Desue aus der Welt zu schaffen.

Foto: Murat Asian