Freitag, 02. Dezember 2011, 10:58 Uhr

"Türkisch für Anfänger" erobert ab März die Leinwände

München. Drei Staffeln lang brachten die Schneider-Öztürks Multikulti-Flair in die deutschen Wohnzimmer, jetzt schafft die deutsch-türkische Patchwork-Familie endlich den Sprung auf die ganz große Leinwand. Am 15. März 2012 kommt der Film “Türkisch für Anfänger” in die Kinos und erzählt die Geschichte der zusammengewürfelten Familie losgelöst von der mehrfach preisgekrönten ARD-Serie noch einmal vollkommen neu.

Doch auch in der Kinoversion bleiben die liebenswert-chaotischen Charaktere ihren Serienrollen treu. Wir stellen sie vor.

Doris Schneider – Mutter mit unkonventionellem Führungsstil
Sie ist das ungekrönte Oberhaupt der Familie Schneider, zu der neben ihr ihre Kinder Lena und Nils gehören. In der Erziehung ihrer Sprösslinge setzt die Vollzeit-Psychologin Doris (Anna Stieblich) ganz auf antiautoritäre Erziehungsmaßnahmen und ist so gar nicht der mütterliche Typ. Sie ist im Haushalt eine Null, hält Pizza-Bestellen für Kochen und schneidet Kuchen mit einem elektrischen Tranchiermesser. Doch so chaotisch die ewig jugendliche Doris auch ist, so sehr bemüht sie sich darum, alles richtig zu machen. Dabei wird das Harmoniebedürfnis der Alleinerziehenden von ihrer Familie immer wieder auf eine harte Probe gestellt.

Lena Schneider – Sensibelchen mit große Klappe
Helena Claudette Schneider alias Lena (Josefine Preuß) – von ihrer Mutter liebevoll „Gürkchen“ genannt – ist schnippisch, vorlaut und aufbrausend. Dabei verbirgt sich hinter der mürrischen Fassade und der großen Klappe eigentlich ein sensibles Scheidungskind. Doch lieber würde sich der Teenie die Zunge festtackern lassen, als zuzugeben, dass sie sich insgeheim nach einem friedlichen Familienleben sehnt. Einem, in dem sich Mama Doris zur Abwechslung mal wie eine „normale“ Mutter verhält, statt einen auf beste Freundin zu machen. Denn manchmal wären der quirligen Lena ein paar mehr Regeln und ein bisschen weniger Esoterik in ihrem Leben durchaus recht.

Cem Öztürk – der Möchtegern-Macho
Er ist das fleischgewordene Klischee des türkisch-stämmigen Machos: Cem Öztürk (Elyas M’Barek) ist stolz auf jedes Brusthaar, klopft coole Sprüche als wäre es der türkische Nationalsport und lässt routiniert den Ober-Checker raushängen, der davon überzeugt ist, dass ihm die Mädels in jedem Kulturkreis schmachtend zu Füßen liegen. Und das nur, damit bloß niemand merkt, dass ganz tief unter der testosterongeladenen Macho-Schale ein echter Romantiker schlummert, der nur halb so selbstsicher ist wie er immer tut.

Metin Öztürk – ein fast-deutscher Spießer
Der deutsch-türkische Polizist hat es nicht leicht: Als Witwer ist er bei der Erziehung seiner Kinder Cem und Yagmur auf sich allein gestellt. Dabei versucht der Softie die richtige Balance aus konsequenter und liebevoller Strenge zu finden. Mal abgesehen von seinen türkischen Wurzeln ist der Ordnungsfanatiker Metin (Adnan Maral) genau das, was man im Allgemeinen als typisch deutschen Spießer bezeichnet.

Yagmur Öztürk – keusch und fromm
Cems Schwester Yagmur (Pegah Ferydoni) ist ein besonders schwieriger Fall – zumindest wenn es um Glaubensfragen geht. Als religiöse Muslimin verzichtet sie nicht nur auf Schweinefleisch und Genussmittel, sondern auch auf alles, was irgendwie Spaß machen könnte. Sie wehrt sich vehement gegen den westlichen Lebensstil, probiert lieber neue Kopftücher auf als Modezeitschriften zu wälzen und verbringt ihre Ferien in der Gebetsschule statt am Strand. Dabei wünscht sie sich insgeheim doch, ein kleines bisschen so zu sein wie andere Mädchen in ihrem Alter…

Costa Papavassilou – ein Grieche mit Sprachstörung
Er macht die Multikulti-Bande komplett: Der leicht chaotische Grieche Costa (Arnel Taci) ist überaus talentiert, wenn es darum geht, blöde Kommentare abzugeben. Doch hinter seiner ungelenken Art steckt ein wirklich liebeswürdiger Kerl. Sein größtes Problem: er stottert. Und das ist gerade im Umgang mit dem anderen Geschlecht alles andere als förderlich.

Anders als im ARD-Vorabendprogramm trifft die bunte Truppe in der Kinoversion aber nicht in Berlin, sondern im Urlaub aufeinander. Damit bietet Bora Dagtekin , Autor der Seriendrehbuchs und Regisseur von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER, mit seinem Kinofilm die turbulente Antwort auf die Frage, wie es hätte sein können, wenn sich Familie Schneider und Familie Öztürk unter ganz anderen Bedingungen begegnet wären. Ab 15. März 2012 liefern sich die gestrandeten Teenies Lena, Cem, Yagmur und Costa und die besorgten Eltern Doris und Metin vor der paradiesischen Kulisse Thailands einen spritzigen Schlagabtausch, auf den sich nicht nur Fans der TV-Serie freuen dürfen.

Fotos: Constantin