Sonntag, 04. Dezember 2011, 10:50 Uhr

Thomas Gottschalk drückt Dieter Bohlen ins Quotentief

Friedrichshafen. Überwiegend gepflegte Langeweile, mittelmäßige Wetten, ein Karl Lagerfeld, der ununterbrochen am Quatschen ist mit seinen Couchnachbarn, und ein Moderator, der den ganzen Abend nicht schnallen will, dass da Hollywoodstar Jessica Biel auf seiner Couch sitzt und nicht “Jennifer Biel”.

Das war die 151. und endgültige letzte Sendung mit Thomas Gottschalk als Gastgeber von ‘Wetten, dass…?’. Zum Schluß eine allerletzte Umarmung von Günther Jauch und Gottschalk verschwand (umnebelt von einer pathetischen Lichtshow) da wo er 24 Jahre lang immer wieder hergekommen war: Im Promitunnel der angestaubten Sperrholz-Kulisse.

Das RTL-Supertalent ist endlich am Quotentiefpunkt angekommen: 4,85 Millionen wollten die unsägliche Bohlen-Show sehen. 14,73 Millionen die Gottschalk-Show. Das waren 46% Marktanteil.

Insgesamt zum zehnten Mal waren beide Sendungen gegeneinander gesendet worden.

Spannender Höhepunkt der Gottschalk-Show: Bis heute Abend will sich Günther Jauch angeblich entscheiden, ob er Gottschalks Nachfolger bei „Wetten, dass..?“ werden will. Natürlich will der alte Fuchs “seine Entscheidung” in seiner Live-Sendung “2011! Menschen, Bilder, Emotionen” heute Abend bei RTL verkünden, nachdem er sich auf Gottschalks Frage “Möchtest du offiziell zusagen als Moderator von ‘Wetten, dass..?’ ?“ 24 Stunden Bedenbkzeit erbeten hatte.

Bis Sonntagabend will sich Günther Jauch entscheiden, ob er Thomas Gottschalks Nachfolger bei „Wetten, dass..?“ werden möchte. Jauch wird seine Entscheidung live im TV verkünden.

Ernst nehmen dürfte man diese Personalie wohl eher nicht. Wieso sollte Jauch jetzt drei Top-Sendungen bei drei Sendern moderieren dürfen? Andererseits: Bereits in den 80er Jahren moderierte Jauch “So ein Zoff“, “Na siehste“ und “Sag die Wahrheit“, war Moderator beim “Aktuellen Sportstudio“ …

In einer kurzen Rede kurz vor seinem endgültigen Abgang sagte der 61-Jährige Thomas Gottschalk. Er sagte u.a.: “Unterhaltung muss man nicht ernst nehmen. Ich sage Ihnen: Auch ich habe mich nie ernster genommen als das, was ich für Sie präsentiert habe.“ Er wisse, dass er Unterhalter mit Leib und Seele sei. “Diese ganzen Reden, ‘das kann man nicht ersetzen, das wird es nicht mehr geben’… ich habe Menschen verehrt aus der Unterhaltung, die es nicht mehr gibt. Wir sind ein bisschen wie Spuren im Sand, das Wasser geht drüber und es kommen andere – mit denen werden sie genauso viel Spaß haben. Und das ist gut so. Ich hab es für Sie gemacht, es hat unheimlich viel Spaß gemacht, und irgendwie hab ich es auch für mich gemacht. Herzlichen Dank. Gute Nacht. Es war eine tolle Zeit.”

Fotos: ZDF/Carmen Sauerbrei