Dienstag, 06. Dezember 2011, 11:37 Uhr

Thomas Gottschalk spricht über seine neue Show, seine Klamotten und Thea

München. Mit „Wetten, dass..?“ moderierte Thomas Gottschalk über 20 Jahre lang eine der erfolgreichsten Fernsehshows Europas. Am 23. Januar startet nun seine neue Sendung im Vorabendprogramm der ARD – ein Neuanfang, dem der Showmaster entspannt begegnet: „Ich krieg eben nicht mehr sofort die Flatter, weil ein besorgter Hasenfuß ‚Risiko’ ruft“, erzählte Deutschlands größter TV-Titan jetzt im aktuellen Interview mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly.

„Das ist das Schöne an meiner Lage: Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Ich glaube aber, dass ich noch mal was Neues hinkriegen kann, und freue mich, dass es bei der ARD Leute gibt, die mir das auch zutrauen.“ Im Gegensatz zu der Live-Sendung „Wetten, dass..?“ – die er vergangenen Samstag zum letzten Mal moderierte – empfinde er den öffentlichen Druck für sein neues Projekt sogar als geringer: „Die halbe Stunde, die ich jetzt von Montag bis Donnerstag abliefern werde, schreckt mich überhaupt nicht. Das belastet mich weniger als die Erwartungshaltung, siebenmal im Jahr die Supershow mit der Riesenquote einfahren zu müssen.“

Seinen extravaganten Kleidungsstil will Gottschalk dem Leben in Deutschland und seinem neuen Heimatsender nicht anpassen: „Ich werde sicherlich nicht so aussehen wie Tom Buhrow. Ich habe meinen Stil, der ist inzwischen international durchgetestet und steht nicht mehr zur Disposition. Was sich in vielen Jahren entwickelt hat, passe ich nicht mehr der jeweiligen Stadt an, in der ich lebe, oder dem Fernsehsender, für den ich arbeite.“

Für das ARD-Format verlagert Thomas Gottschalk seinen Lebensmittelpunkt von Kalifornien zurück nach Deutschland. Seine Frau Thea wolle ihm hierzulande vor allem in den Sommermonaten Gesellschaft leisten, so der 61-Jährige: „Thea wird mit mir in Deutschland sein, solang die Sonne scheint, und wird mir die Sonne des Herzens aus Malibu skypen, wenn’s hier kalt wird. Mal sitzt sie allein in Malibu, und ich sitze allein in Berlin, aber irgendwie sind wir immer zusammen. Ich habe das große Glück, mich auch nach fast 40 Jahren jedes Mal zu freuen, wenn ich meine Frau sehe.“

Angesprochen auf die zuletzt sinkenden Quoten bei „Wetten, dass..?“ erklärte Thomas Gottschalk gewohnt schlagfertig: „In diesen Zeiten ist alles rückläufig. Und alles wird kleinteiliger.“ Gleichzeitig übt der Moderator Kritik an den privaten Sendern: „RTL schafft sich seine Superstars, ProSieben seine Supermodels. Bei Stefan Raabs Stockcar-Rennen fährt die B-Prominenz die C-Prominenz über den Haufen, nur bei mir sollte immer A-Klasse sitzen. Aber muss ich mich für neun Millionen Zuschauer entschuldigen, nur weil die meisten älter als 40 sind? Ich glaube nicht.“

Die neue 30-minütige Sendung mit Thomas Gottschalk läuft ab 23. Januar 2012, montags bis donnerstags um 19.20 Uhr im Ersten. Was ist das Thema des Tages? Was bewegt? Was kommt? – Diesen Fragen wird sich Thomas Gottschalk in seiner neuen Sendung widmen. Er beschäftigt sich mit dem, was ihm und seinem Redaktionsteam tagesaktuell wichtig erscheint, und empfängt dazu auch Gäste im neuen Studio am Berliner Gendarmenmarkt.

Fotos: ARD/Frank Zauritz