Samstag, 10. Dezember 2011, 12:27 Uhr

Michael Stipe: In einer Rockband ist es wie in einer Ehe

Hamburg. Michael Stipe vergleicht die Zusammenarbeit in einer Band mit dem Eheleben. Der einstige Sänger und kreative Kopf von R.E.M. verrät, dass man als Gruppe von Musikern fast wie mit seinem Lebensgefährten umgehen und dabei vor allem kompromissbereit sein muss.

Auf die Frage, ob es bei R.E.M. immer demokratisch zuging, erklärt Stipe: “Es gab ein paar einfache Regeln, auf die wir uns zu Beginn verständigten und die dafür sorgten, dass wir es so lange miteinander aushielten. Wir haben die Einnahmen gerecht geteilt, und jeder hatte ein Vetorecht.” Deshalb sei auch über jedes einzelne Album der Band, die sich im September auflöste, verhandelt worden. “Man musste immer wieder abwägen, wie wichtig einem etwas ist, wie sehr man darum kämpfen will. Eine Rock-‘n’-Roll-Band funktioniert letztlich auch nur wie eine Ehe, also mit vielen Kompromissen”, so der 51-Jährige im Gespräch mit der ‘ZEIT’.

Während er den Abschied von R.E.M. als “würdevoll” bezeichnet, da er zu seinen und den Bedingungen seiner Kollegen Mike Mills und Peter Buck ablief, glaubt Stipe, dass dies einigen anderen Künstlern nicht gelingt. Namen wolle er dabei aber keine preisgeben und nennt lediglich Mick Jagger und die Rolling Stones als Beispiel dafür, wie man als Musiker auch nach langer Laufzeit im Business seine Würde bewahrt. “Dagegen hätten viele junge hippe Bands dieser Tage aus London oder New York nach einem ersten Album aufhören sollen”, lautet Stipes harsches Urteil. (Bang)

Foto: wenn.com