Freitag, 16. Dezember 2011, 12:50 Uhr

Hans Meiser schreibt Buch über die Verdorbenheit des Fernsehens

München. Hans Meiser, eigentlich einst DAS Gesicht des Privatfernsehens, wurde in diesem Jahr 65. Ruhestand ist für ihn noch kein Thema, verriet die ehemalige RTL-Allzweckwaffe gegenüber jetzt gegenüber dem Magazin ‘Clap’. Denn beruflich ist Meiser weiter aktiv, arbeitet an Sendungen und Imagefilmen, hält Vorträge und schreibt Bücher.

Unter anderem schreibt Hans Meiser an einem Buch über die Geschichte des Fernsehens und vor allem auch darüber, wie das Medium die Menschen verdorben hat.

Der Moderator und Erfinder der Daily Talkshow beschwerte sich über TV-Menschen, die einfach drauflosfilmen und sagte dazu: “Wenn da vorne auf der Straße gleich ein Mann seine Frau totschlägt, gibt es unter Garantie einen, der draufhält und es gibt unter Garantie auch einen Sender, der das zeigt”.

Mit Sorge betrachtet der ehemalige Anchorman der RTL-Nachrichten die Entwicklung bei den Fernsehnachrichten. Aus kurz zusammengeschnittenen Sätzen könne man nun mal keine Nachrichten mit Tiefgang stricken. “Man weiß doch schon gar nicht mehr, wo man etwas gehört oder gelesen hat. Wir werden zugeschüttet mit Informationen und nehmen häufig jedes Wort für bare Münze”.

Wenn er “RTL aktuell” schaue, dann eher aus Interesse an Peter Kloeppel als seinem Nachfolger: “In der Regel kommt mir die Sendung aber zu früh. Fernsehleute sind in gewissem Sinne auch Hofnarren. Viele haben das heute leider vergessen”.

Aber um Hofnarr zu sein bedürfe es auch einer gewissen Demut, so Meiser im Interview mit ‘Clap’.