Sonntag, 18. Dezember 2011, 19:16 Uhr

"Das Supertalent": Der Folklore-Indianer hat nur ein Touristenvisum

Köln. Der 27-jährige Leo Rojas gewann – wie berichtet – gestern Abend den Titel ‘Das Supertalent’. Seit 2000 zog er als Straßenmusiker mit seiner Panflöte nach Spanien und schließlich Deutschland und wenn es gut lief, kam er schon mal auf 50 Euro am Tag.

Da waren die 100.000 Euro Siegprämie gestern Abend ein Geschenk des Himmels!

Mit seiner polnischen Frau Ines lebt Leo Rojas Juan Leonardo Santillán Rojas in Berlin und nun muß er um den weiteren Aufenthalt in Berlin bangen. Da er nur ein Touriustenvisum besitzt, muß er das Land aller drei Monate verlassen und wieder einreisen. Dem Boulevardblatt ‘ B.Z.’ erzählte er bereits vor der Finalshow: “Ich bin jetzt immer drei Monate in Deutschland, dann muss ich wieder zurück nach Spanien. Seit 2008 bemühe ich mich darum, hier leben und arbeiten zu dürfen.”

Nun hofft Leo Rojas, der aus Otavalo, einer Stadt in der ecuadorianischen Provinz Imbabura kommt, Anfang 2012 endlich eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.

Da ist also in den nächsten Wochen noch viel tränenreichen Tralala-Stoff für die Boulevardpresse drin.

Bereits im Halbfinale hat RTL eine Überraschung für Rojas, aber besonders seine Zuschauer organisiert und ließ seine Mutter Maria Juana einfliegen, die der “Panflöten-Winnetou” seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Vermutlich ist es aber mit Trashshows wie dieser eh bald vorbei. Fernsehproduzent und ‘Big-Brorther’-Erfinder John de Mol sagte der ‘Bild am Sonntag’: “Der Trick, Menschen vor die Kamera zu zerren, die dann musikalisch umgebracht werden, funktioniert nicht mehr. Affenzirkus will keiner mehr sehen.”

Der RTL-Show kamen beim diesjährigen Finale zwei Millionen Zuschauer abhanden. 6,45 Millionen schalteten gestern Abend ein, vor einem Jahr waren es noch rund 8,23 Millionen Zuschauer.

Fotos: RTL/Stefan Gregorowous