Donnerstag, 22. Dezember 2011, 12:40 Uhr

Rupert Everett: "Ich denke, dass wir mit dem Thema Sex bald durch sind"

Freiburg. Rupert Everett sieht für die Zukunft schwarz. Im Interview mit der ‘Badischen Zeitung’ ist sich der 52-jährige Schauspieler (‘Die Hochzeit meines besten Freundes’) sicher, dass sowohl das Interesse der Menschen an Sex als auch der Kapitalismus irgendwann ein Ende finden und es dann nur noch bergab gehen wird.

“Ach, ich denke, dass wir mit Sex bald ganz durch sind. Wahrscheinlich erleben wir gerade das letzte Aufbegehren, danach schlittern wir in ein anderes Zeitalter, mit dem auch der Kapitalismus enden wird”, meint der Engländer und erklärt weiterhin unverblümt: “Die Menschheit verdummt zusehends, und was kommen mag, weiß keiner. Aber bis es so weit ist, sollten wir umso bewusster leben.”

Das Showbusiness habe sich indes zu einem “kommerziell ausgerichteten Regelwerk” entwickelt, beschwert Rupert Everett sich weiter. “Ich glaube, dass selbst das Fleischkleid von Lady Gaga ein reines Kalkül ist”, sagt er im Bezug auf das Outfit der Popsängerin, mit dem sie 2010 bei den MTV Video Music Awards für Aufruhr sogte. Everett fährt fort: “Wir leben in einer kommerzialisierten Welt, und wer nicht Teil davon ist, existiert nicht.”

Zudem sei die Welt heutzutage “von Computern regiert”, ist der offen zu seiner Homosexualität stehende Star überzeugt. “Wir kommunizieren nur noch virtuell. Wenn man als Schwuler etwa Sex haben will, muss man erst mal Fotos seines Körpers per E-Mail oder so herausschicken.”

Ab heute ist Rupert Everett neben Maggie Gyllenhaal, Hugh Dancy und Jonathan Pryce in ‘In guten Händen’ als Erfinder des ersten Vibrators zu sehen. Im viktorianischen England, in dem der Film spielt, würde der Schauspieler derweil nur unter einer Bedingung leben wollen: “Also wenn ich gesund geblieben wäre, hätte ich diese Zeit wahnsinnig gern miterlebt”, erklärt er auf die Frage, ob ihn dieses Zeitalter reize. “Aber wahrscheinlich wäre ich damals an Syphilis erkrankt, und diese Vorstellung gefällt mir weniger.” (Bang)

Foto: wenn.com