Sonntag, 25. Dezember 2011, 12:46 Uhr

Günther Jauch moderiert zum 1000. Mal "Wer wird Millionär"

Köln. Günther Jauch, Deutschlands beliebtester Fernsehmoderator, präsentiert am Freitag, 3. Februar, in einer spannenden Jubiläums-Doppelfolge mit vielen Überraschungen die 1000. Folge von “Wer wird Millionär?”.

Seit der ersten Ausgabe von Deutschlands erfolgreichster Quizshow am 3. September 1999 hat Günther Jauch über 26.500 Fragen gestellt, insgesamt saßen 2.051 Kandidaten auf dem Ratestuhl, es wurden über 74.000.000 Euro erspielt (ohne Promi-Specials) und zehn Millionäre (davon drei in Promi-Specials) lösten den Glitzerregen im Studio aus. Im Interview spricht Günther Jauch über 1000 Folgen WWM.

Thomas Gottschalk und “Wetten, dass..?” waren unzertrennlich, Sie und WWM sind es! Würden Sie dem zustimmen und was bedeutet das für Sie?
Günther Jauch: Ja, WWM ist meine Sendung! Ich hätte am Anfang selber nie gedacht, dass das so zu meinem Format werden würde. Das ist es mittlerweile. Ich hoffe, dass das noch eine ganze Weile so bleibt.

Macht Ihnen die Moderation von WWM immer noch Spaß?
Günther Jauch: Ja, absolut. Ich bin vor jeder neuen Sendung neugierig, freue mich auf die Kandidaten und habe auch nach 999 Folgen tatsächlich immer noch großen Spaß an WWM.

Woran liegt das?
Günther Jauch: Die Frage ist sehr leicht zu beantworten. Es liegt nämlich an den Kandidaten. Dadurch, dass immer neue und andere Menschen in meiner Show antreten, wird es immer interessant bleiben. Gottes großer Zoo ist einfach unerschöpflich und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte.

Was ist so besonders an WWM? Warum ist die Show so erfolgreich?
Günther Jauch: Ich glaube, dass es ein ganzes Bündel von Erfolgsfaktoren ist. Ein Faktor ist sicherlich, dass die Zuschauer mit einbezogen werden. Sie können selbst überprüfen, ob sie die Fragen richtig beantworten können oder nicht. Sie können sich also mit dem Kandidaten messen, der gerade auf dem Stuhl sitzt. Und zu Hause kann man sich mit den Menschen vergleichen, mit denen man gemeinsam die Sendung anschaut. Und wenn man mal eine Show verpasst hat, dann kann man trotzdem beim nächsten Mal wieder mitraten. Es ist nicht so wie bei einem Krimi, bei dem man jeden Augenblick verfolgen muss, um das Ende zu verstehen.

Außerdem verbreitet WWM Spannung, denn man will wissen, ob ein Spieler die Million gewinnt oder nicht. Jeder Kandidat ist einzigartig und man lernt ihn gut kennen. Oft ist eine große Portion Freude und auch ein Stück Tragödie dabei. Dem einen gönnt man den Gewinn, dem anderen wiederum überhaupt nicht. Insofern spielen Freude, Eifersucht, Neid, Trauer und Schicksal eine große Rolle in dieser Show. Und am Ende ist es vom Unterhaltungswert gar nicht so entscheidend, ob jemand viel gewinnt. Die 500-Euro-Tragödien sind oft viel spannender.

Welche Kandidaten liegen Ihnen? Zocker oder Menschen, die auf Nummer sicher gehen?
Günther Jauch: Mir liegen eher Kandidaten, die auf Risiko gehen, die sich was trauen und die dieses Zocker-Gen in sich haben. Für Menschen, die bereits am Anfang ihre Joker verbrauchen und auf Nummer sicher gehen, ist es sehr schwierig die Million zu gewinnen. Insofern waren es zumeist mutige, spielfreudige und unabhängige Kandidaten, die am Ende die Million gewonnen haben.

Sie vermitteln mit viel Spaß Bildung: Freut Sie das?
Günther Jauch: Ja, das freut mich, da durch WWM die Wissensvermittlung nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschieht. Es werden viele sachliche Fakten aus den verschiedensten Fachbereichen in einer bunten Mischung vermittelt. Die Fragen spielen bei unserem Erfolg eine maßgebliche Rolle. Sie sind zum Teil witzig, aber auch wohlüberlegt. Da macht es viel Spaß, vor dem Fernseher mitzuraten.

Mitunter wirken Sie parteiisch zu Kandidaten und man merkt Ihnen an, dass Sie jemanden nicht so ganz mögen. Gehört das zum Spiel?
Günther Jauch: Ja, das gehört mit zum Spiel und so bleibe ich unberechenbar. Es stimmt aber auch, dass ich einige Kandidaten nicht so gerne mag wie andere. Dann bin ich zuweilen auch mal hart, aber ungerecht. Wie es jeder von uns im richtigen Leben auch erlebt.

Welche Kandidaten mögen Sie eher weniger?
Günther Jauch: Leute, die ewig brauchen, keine Antwort wissen, es aber nicht zugeben und immer wieder fragen, ob ich ihnen nicht helfen kann. Das sind Kandidaten, bei denen ich auch ein bisschen grantig werden kann. Und natürlich gibt es auch Spieler, denen man es eher gönnt, weit zu kommen. Letztendlich ist aber jeder seines Glückes Schmied.

Ist es wahr, dass noch keine einzige WWM-Sendung wegen Krankheit ausfiel?
Günther Jauch: Ja, es musste tatsächlich in 999 Folgen noch nie jemand nach Hause geschickt werden.

Was denken Sie, wie lange wollen die Zuschauer die Show noch sehen?
Günther Jauch: Das ist schwer zu sagen. Das Schöne ist ja, dass man am nächsten Tag genau weiß, wie viele Zuschauer die Sendung verfolgt haben. Dieser Zuspruch ist in den letzten Jahren nicht weniger sondern eher noch ein bisschen größer geworden. Es wird irgendwann vielleicht mal so weit sein, dass die Sendung aus der Mode gerät. Aber in der Kombination aus Langlebigkeit, Häufigkeit und Einschaltquote ist es nach dem Rücktritt von Thomas Gottschalk im Moment insgesamt die erfolgreichste Sendung im deutschen Fernsehen. Darüber bin ich natürlich sehr froh und wenn ich so lange wie Thomas dabei bleibe, haben wir gerade erst die Halbzeit erreicht.

Fotos und Interview: RTL/Willi Weber, Stefan Gregorowius