Dienstag, 27. Dezember 2011, 12:07 Uhr

Bruce Darnell über seinen neuen Job in der Jury von DSDS

Köln. Nach den Highlights der Castings von “Deutschland sucht den Superstar”, die ab 7. Januar 2012, 20.15 Uhr, samstags und mittwochs um 20.15 Uhr zu sehen sind, treten die besten Sängerinnen und Sänger ab 4. Februar, 20.15 Uhr, samstags und mittwochs im Recall an. An den emotionalen und musikalisch anspruchsvollen Tagen müssen sie ihr Talent unter Beweis stellen.

Die besten 36 Kandidaten fliegen auf die Malediven, um in paradiesischer Umgebung am Strand unter Palmen die Jury von sich zu überzeugen.

In diesem Jahr haben 120 Sängerinnen und Sänger die Jury aus Natalie Horler, Dieter Bohlen und Bruce Darnell überzeugt und den begehrten Recallzettel bekommen. Jetzt kämpfen sie an den emotionalen und musikalisch anspruchsvollen Tagen des Recalls weiter um ihren Traum, Superstar 2012 zu werden und die Gewinnsumme von 500.000 Euro zu gewinnen.

Doch die Konkurrenz ist hart und nur die besten 36 Sängerinnen und Sänger dürfen auf die Malediven fliegen. In paradiesischer Umgebung, aber auch fernab von Zuhause, in der Hitze und mit Jetlag, müssen die 36 Kandidaten in kürzester Zeit Songs einstudieren und sich in Kleingruppen, Duetts oder im Einzelsingen beweisen – immer mit der Angst im Nacken, jeden Tag von der Jury nach Hause geschickt zu werden, wenn sie versagen. Hier wird sich zeigen, wer mit viel Disziplin dem Druck standhält, wer Heimweh bekommt, wer die Nerven behält, versagt und wer freiwillig aufgibt. Noch auf den Malediven fällt die Jury ihr Urteil, welche 15 Kandidaten es in die erste Liveshow von “Deutschland sucht den Superstar” geschafft haben und für wen der Traum endgültig vorbei ist.

Im Interview erzählt Bruce Darnell, worauf er bei den Kandidaten besonders achtet, wie die Zusammenarbeit der Jury ist und ob er selbst noch Lampenfieber hat.

Bruce, wie gefällt dir der Job bei DSDS in der Jury?
Bruce Darnell: Es ist eine neue Aufgabe, die mir wahnsinnig gut gefällt. Ich liebe es, mit jungen Menschen zu arbeiten, sie zu entdecken und sie auch zu coachen und ihnen zu helfen. Vor allem wieder an der Seite von Dieter Bohlen zu sitzen, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Natalie und ich haben uns beim ersten Casting erst richtig kennengelernt. Ich muss sagen: Sie ist toll!

Worauf achtest du besonders als Juror bei den Kandidaten?
Bruce: Natürlich ist es wichtig, dass man nicht so schief singt. Ich achte sehr auf Gefühle, der Gesang muss mich bewegen. Und ich achte auf die Leidenschaft, auf die Performance und natürlich auf das Styling! Aber ich kritisiere nicht nur. Ich gebe auch Styling-Tipps und zeige auch mal, wie man sich besser bewegen kann, als nur steif auf beiden Beinen zu stehen,

Können wir dich bei dem einen oder anderen Kandidaten weinen sehen?
Bruce: Ich finde, Weinen gehört zum Leben. Wenn jemand auf die Bühne kommt und einen super Auftritt hinlegt, dann kann ich auch meine Emotionen zeigen. Ich stehe dazu. Wenn das super war und mich das in dem Moment so sehr bewegt hat, dann heule ich einfach. Aber: Ich habe bei DSDS dieses Jahr nicht nur geweint, weil es so schön und so emotional war. Wir haben manchmal auch vor Lachen geweint. Weil wir als Jury zusammen einfach so viel Spaß hatten.

Du kommst aus der Modebranche. Achtest du sehr auf das Styling?
Bruce: Ich denke, dass Styling wichtig ist, um sich besser zu verkaufen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Jungs und Mädchen ein Star werden wollen. Es geht nicht nur um das Talent, sondern um das Gesamtpaket. Man muss auffällig und irgendwie anders sein. Nur dadurch kommt man weiter. Ein Superstar besteht zu 50 Prozent aus Talent und zu 50 Prozent aus Persönlichkeit. Man muss außergewöhnlich sein. Viele Leute haben das nicht und fragen uns, warum sie nicht weiter kommen. Ja, ich achte also auf Styling und auf das gewisse Etwas, das nicht jeder hat. Das benötigt man, um ein erfolgreicher Star zu werden.

Wie ist denn die Stimmung in der Jury untereinander?
Bruce: Wir verstehen uns wirklich sehr gut. Es herrscht zwischen uns dreien eine gute Harmonie. Es macht wahnsinnig viel Spaß mit Dieter und Natalie zusammenzuarbeiten. Für mich ist das gar nichts Neues. Dieter und ich kennen uns gut. Er hat mich gefragt, ob ich in die Show kommen möchte. Es ist schön.

Kannst du eigentlich selber singen?
Bruce: Ich kann nicht singen. Das ist aber okay so. Für den Gesang haben wir in der Jury den Poptitanen Dieter Bohlen sitzen, und die weltweit erfolgreiche Natalie Horler von Cascada. Ich kann aber beurteilen, ob ein Kandidat mich emotional erreicht. Ob er bei mir Gefühle erzeugt. Ob er Gefühle zeigen kann. Und ich erkenne, ob jemand das Zeug zum Star hat.

Wenn du dir etwas für das nächste Leben wünschen könntest. Was würdest du dir wünschen? Welche Talente hättest du gerne?
Bruce: Ich bin wahnsinnig glücklich mit dem, was ich mache. Ich habe das große Glück, dass ich mich nicht verstellen muss. Ich spiele keine Rolle. Das ist etwas ganz Tolles. In meinem nächsten Leben würde ich genau das Gleiche machen.

Die Kandidaten sind natürlich sehr enttäuscht, wenn sie ausscheiden. Was würdest du ihnen raten? Wie gehst du selbst mit Niederlagen um?
Bruce: Natürlich ist es wahnsinnig schwer. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn mein Leben besteht sozusagen auch ständig aus einem Casting oder einem Recall. Ich habe als Model gearbeitet, dann als Choreograph, jetzt in der Jury. Ich musste mich immer beweisen. Man darf niemals aufgeben und man muss das finden, worin man wirklich gut ist. Singen ist so schwer. Nicht jeder kann ein großer Star werden. Leider muss der Traum bei manchen Kandidaten zwangsläufig platzen, aber dann kann man versuchen, in einem anderen Bereich des Musikgeschäfts zu arbeiten, oder da, wo man wirklich gut ist. Ob als Schreiner, Koch oder Lehrer. Es ist keine Schande, bei DSDS nicht weiterzukommen. Ich denke, wenn man wirklich sein Bestes gegeben hat, dann sollte man mit sich zufrieden sein. Man sollte diese Erfahrungen für das weitere Leben nutzen und das Beste daraus machen. Man muss natürlich auch viel Glück haben, das hatte ich auch. Ja, es ist nicht einfach. Aber ich habe festgestellt, dass man das Leben nicht zu ernst nehmen sollte.

Hast du eigentlich noch Lampenfieber?
Bruce: Ich nehme mich selbst nicht mehr so ernst, sehe die Kameras nicht mehr und gehe einfach zum Set. Lampenfieber habe ich eher vor den Liveshows. In dem Moment, wo ich auf die Bühne gehe, denke ich manchmal schon: “Oh mein Gott!” Eigentlich sollte ich kein Lampenfieber mehr haben. Ich bin auf so vielen internationalen Modenschauen gelaufen. Aber ich fürchte, das Lampenfieber verschwindet nie. Denn was vielleicht niemand von mir glaubt: Ich bin wirklich wahnsinnig schüchtern, kann es aber sehr gut überspielen.

Welche Tipps kannst du den Kandidaten bei Lampenfieber geben? Manche haben ja auch Blackouts…
Bruce: Ich kann ihnen den Tipp geben, dass sie versuchen sollten die Kameras zu vergessen. Sie müssen sich selbst treu bleiben. Letztendlich entscheiden die Zuschauer zu Hause, sie machen den Kandidaten zum Superstar. Man sollte versuchen das Ganze nicht zu ernst zu nehmen. Sie sollen einfach rausgehen, ihre Show machen und versuchen Spaß zu haben. Zudem sollten sie sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Das ist mit das Wichtigste.

Du hast schon einige Kandidaten gehört. Welchen Eindruck hast du von ihnen? Hast du deinen persönlichen Favoriten?
Bruce: Bis jetzt habe ich keinen Favoriten. Von einigen Kandidaten bin ich aber sehr beeindruckt. Diese Kandidaten haben einen großen Druck auf den Schultern und müssen konstant gute Leistungen bringen. Ich frage mich manchmal, wie sie das aushalten und trotzdem gut singen. Es gibt schon ein paar Kandidaten, bei denen ich hoffe, dass sie sehr weit in den Mottoshows kommen.

Was sagst du Styling Experte und Model Coach zu der optischen Qualität unserer Kandidaten?
Bruce: Es sind wirklich hübsche Mädels und tolle Jungs dabei. Man darf auch nicht vergessen, dass wir ein Fernsehformat sind. Es muss den Zuschauern Unterhaltung geboten werden, und es sollte auch etwas für die Optik dabei sein. Wir haben zum Beispiel die Ursula. Sie ist eine ganz tolle Frau, ist 1,80 Meter groß, sieht wie ein Topmodel aus und sie singt toll. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn sie in die Liveshows kommt, viele Leute zu Hause denken, wow, die sieht sehr hübsch aus. Das gehört dazu.

Was hörst du privat an Musik?
Bruce: Ich höre wirklich alles.

Interview/Fotios: RTL, Stefan Gregoriowius