Mittwoch, 28. Dezember 2011, 12:12 Uhr

"Blutzbrüdaz": Nicht besonders orginell, aber flott erzählt

Berlin. ‘Blutzbrüdaz’ ist wieder ein Film, den die Menschheit nicht braucht? Im Grunde: ja! Aber ganz so schlimm wird es dann doch nicht und, ja, man kann ihn sich angucken. Als Liebhaber von klassischer Musik und Indie-Rock, voreingenommen bis in die Haarspitzen, würde man sicher nicht in einen Rapper-Film gehen? Aber doch. Doch, doch. Doch vielleicht gerade deswegen. Ich wette, Sie werden Ihren Spaß haben.

Anfangs macht es einem ‘Blutzbrüdaz’ nicht leicht. Jedes zweite Wort ist “Alter” und es fällt auf, aber nach dem dreihundertsten “Alter” hat sich das kleine Spässchen hochgekocht zu einem durchaus unterhaltsamen Humor. Voraussetzung: Man kann sich anpassen. Um Spaß geht es letztendlich, und vielleicht auch ein wenig um Stolz und Ehre.

Otis (Sido) und Eddy (B-Tight), zwei richtig fette Freunde, erregen mit dem Verkauf ihres ersten Demo-Tapes endlich die Aufmerksamkeit eines Produzenten, und schaffen über diesen den Weg ins Musikbusiness. Der Eine will authentisch bleiben, ein Straßenjunge halt, der Andere möchte sich anpassen, um möglichst schnell viel Kohle zu machen. Es kommt, was kommen muss, die beiden fetzen sich und gehen getrennte Wege. Damit ist die Geschichte auch schon fast durch.

Die Komödie ist nicht besonders originell erzählt, hält den Zuschauer aber mit ihren flachen Witzen irgendwie dennoch auf Trab. Man bleibt an der Geschichte, will wissen wie sie ausgeht. Was will man mehr?

Die Dialoge waren öfter unterhalb der Gürtellinie als am Olymp feiner deutscher Sprache angesiedelt. Da gehört sie ja szenemäßig zwar auch nicht hin, aber mal ein wirklich ernsthafter Satz, zum Beispiel von Sido, mit etwas Tiefe, die bleibt, hätten dem Film auch gut getan.

Wo zu Beginn der deutlich hör- und sichtbare Unterschied zwischen Laien und Schauspielern die Stirn ins Runzeln bringt, wo man sehr genau hört, dass eine schlecht gestimmte Geige im Orchester dazwischen fiedelt, baut der Streifen allmählich aber eine gut befahrbare Straße, auf der man mitfahren kann und sich bei den Songs erwischt, mit den Zehen mitzuwippen. Man merkt den Hauptdarstellern an, dass sie offensichtlich Spaß beim Drehen hatten, und, wenn der Eindruck nicht täuscht, hat zwar jeder seine Rolle, so gut er eben konnte, aber keiner sich selbst zu ernst genommen.

Es ist kein Film, von dem ich behaupten würde, dass sie ihn auf gar keinen Fall verpassen dürfen. Aber dass sie auf gar keinen Fall reingehen sollten, werde ich auch nicht sagen.

Der Film macht sein Ding und bedient, so denke ich, sein Feld. Ob das aber eingefleischte HipHoper und Rapper genauso sehen? Hmm… ich würde es wissen wollen.

Foto: Konrad Wolff