Donnerstag, 29. Dezember 2011, 10:20 Uhr

Brian Wilson über das berühmteste unveröffentlichte Album

Hamburg. Brian Wilson wollte nicht mehr von Strand und Wellen singen. Der Musiker, der in den 60er Jahren als Teil der Beach Boys seinen musikalischen Durchbruch schaffte, hatte Ende der 60er Jahre schließlich keine Lust mehr auf die Songs seiner Band.

“Ich wollte neue Musik ausprobieren, wollte mit Klängen, Strukturen und Arrangements spielen. Ich träumte davon, ein großes Pop-Meisterwerk zu schreiben. Leider wurde aus dem Traum nichts. Die geplante Platte ‘Smile’ wurde nie fertig”, schreibt er im aktuellen ‘ZEITmagazin’.

Weshalb das so sei, verstehe er “bis heute nicht”, gesteht der Sänger, der als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt, jedoch lange gegen seine Drogensucht zu kämpfen hatte. “Mir war immer bewusst, dass die Musik gut war, aber das große Problem waren die Drogen, deren Nebenwirkungen mir sehr zusetzten”, räumt er ein, bemerkt jedoch: “Andererseits wären Songs wie ‘Good Vibrations’ ohne Drogen so nie entstanden.”

The Smile Sessions‘ erschien im vergangenen Herbst, 40 Jahre nach dem die Songs entstanden, schließlich doch noch auf CD. Das, so erklärt der Sänger, habe er seiner Ehefrau zu verdanken, “die mich lange bedrängte, das Projekt doch noch zu Ende zu bringen”, verrät er und gesteht, dass sein Ruhm ihm nie ganz geheuer war.

“Für schüchterne Menschen wie mich ist das Berühmtsein vor allem anstrengend und unheimlich. Immer wieder bekam ich zu hören, dass ich ein Genie sei. Das ist sehr schmeichelhaft, es bringt aber auch großen Druck mit sich.”

Foto: wenn.com