Freitag, 30. Dezember 2011, 15:05 Uhr

Sido rechnet ab: "Ich bin nicht mehr das Sprachrohr der Jugendlichen"

Hamburg. Rapper Sido hat neuerdings einen sehr nüchternen Blick auf seine Vergangenheit: “Meine 20er habe ich komplett verschwendet. Die habe ich vollgepackt mit Arbeit und Drogen. Jetzt bin ich 31. Ich glaube, dass ich alles verpasst habe”. Das verriet der der Musiker im Gespräch mit dem ‘stern.de’ und fügte hinzu: “Ich habe nicht intensiv erlebt, ich war nur dabei. Ich kann mich nur an wenig erinnern. Die 20er waren für mich ganz kurz. Es war immer nur dasselbe: Rumreisen in irgendwelchen Autos, in irgendwelchen Fliegern. Das sind die Bilder, die ich habe.”

Ähnlich düster wie der Blick zurück ist auch der Blick in die Zukunft der Musik, die Sido – der einst mit einer Blechmaske aufgetreten war – erst berühmt gemacht hat. Im Rap gehe es nur noch um Geld und Ruhm. Das habe nichts mit der Ideologie der Anfangsjahre zu tun.

Was als nächstes komme, wisse er nicht, sagt Sido. Aber “von mir wirst du keinen Song mehr darüber hören, wie Scheiße es auf der Straße ist. Meine Musik wird dem entsprechen, was ich gerade tue. Ich bin nicht mehr das Sprachrohr der Jugendlichen”.

Lieber beschäftige er sich mit seinem elfjährigen Sohn, der mal “Erfinder” werden will, sagte Sido in dem Interview. Der habe wegen seines berühmten Vaters viele Freunde an der Schule. Der Rapper sagte dazu. “Wenn mein Sohn Geburtstag hat, laden wir alle ein. Dann gehen wir bowlen oder ins Kino oder hängen rum. Ich nehme die öfter mal mit zu Konzerten. Dann sind die alle seine Freunde, und egal wer aus der ganzen Schule Ärger macht, der hat die ganze Klasse gegen sich.”

Seit diesem Donnerstag läuft Sidos erster Film “Blutzbrüdaz” in den Kinos.

Foto: wenn.com