Montag, 09. Januar 2012, 11:22 Uhr

Kurt Krömer und Sido über Berlin und die "Idioten vom Berghain"

München. Rapper Sido und Comedian Kurt Krömer rüpeln sich wahlweise gegenseitig an oder prangern mit markigen Sprüchen die rasante Entwicklung ihrer Heimatstadt Berlin an. Beide kenne sich schon länger und Krömer war natürlich Gast bei der Premiere von Sidos Film ‘Blutzbrüdaz‘ Mitte Dezember in Berlin.

Im Gespräch mit der Zeitschrift ‘Jolie’ plaudern Sido (31), der eigentlich Paul Würdig heißt und Kurt Krömer (37), der als Alexander Bojcan geboren wurde, über den Wandel ihrer Stadt Berlin und geben das wieder, was andere genauso sehen: „Nur die Schulen bleiben auf einem gleichbleibend schlechten Niveau in Vierteln wie Neukölln. Die werden nicht besser, nur weil ein paar reiche Schwaben da hinziehen und Latte Macchiato trinken“, poltert Sido.

Und Krömer setzt bissig nach: „Außer der Rütlischule. Nach der ganzen medialen Aufmerksamkeit wurden die so zugeschissen mit Kohle, dass die Leute aus Grunewald wahrscheinlich ihre Kinder dahinschicken wollen. Das war natürlich wieder nicht besonders weit gedacht. Aber Neukölln wird ja jetzt eh hip. Sogar die Idioten vom Berghain eröffnen da einen Ableger.“

Weniger sarkastisch, sondern sogar ziemlich ernst werden die beiden allerdings, als das Thema „Freundschaft“ angesprochen wird. Auf die Frage, was sie mit dem Begriff verbinden und was Freundschaft für sie ausmacht, haben sie eine klare Antwort. „Das Wichtigste für mich ist hier Loyalität. Die steht über allem“, betont Sido.

Für den “Mann des Jahres” Kurt Krömer, hingegen ist in dieser Hinsicht etwas anderes essenziell: „Man muss zusammen lachen können. Egal, ob Mann oder Frau.“ Und sollte trotzdem mal dicke Luft herrschen, weiß er ebenfalls Rat: „Ich werde auch laut. Aber nicht lange. Ich kotze mich einmal aus, und dann ist‘s auch gut. Ich bin niemand, der Sachen in sich reinfrisst. Mir hilft auch die Bühne. Da kann ich rumbrüllen und mich beschweren über alles, was mich nervt. (…) Ich brauche kein Yoga und Pilates, um mich zu entspannen.“ Ebenso wenig wie Sido. Der hat seine eigene Strategie, um abzuschalten: „Kiffen. Das funktioniert eigentlich immer.“

Foto: Constantin