Donnerstag, 26. Januar 2012, 22:31 Uhr

Robert Stadtlober hat mit "Gary" ein neues Album am Start

Berlin. Robert Stadlober (29) hat seit 1994 in unzähligen Kino- und Fernsehfilmen gespielt, wie “Sonnenallee”, “Sommersturm”, “Krabat” und “Jud Süß” gespielt. 2010 reanimierte Robert Stadlober seiner Band ‘Gary’, die im selben Jahr die Single ‘Will You’ und das Album ‘One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji’ veröffentlichten.

Das Cover des neuen Albums ist extrem schlicht, einfach und zeigt nicht viel: Da liegt eine Schildkröte im Sand und bewegt sich eigentlich nicht.  Und trotz der Gemütlichkeit des Tiers schreit die Band im Titel ihres neuen Albums „Hey Turtle, Stop Running!“

‘Gary’, das ist die Band unseres grandiosen Lieblings-Kinoegozentrikers Robert (guit/voc), nebst Astrid Noventa (keys/voc/guit), Rasmus Engler (drums) und Daniel Moheit (bass).

Reizüberflutung und Stress gehören längst zum Alltag und in Zeiten des Internets  findet man nur schwer die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.

Wenn die ersten Töne des neuen Albums „Hey Turtle, Stop Running!“ aus den Boxen knistern, beginnt man schon zu ahnen, dass hier ein anderes Konzept von Zeit herrscht. Und spätestens beim Refrain des zweiten Liedes “Epitaph“, wo es heißt: “This Is Our Future Going Up In Flames“, weiß man, wo man sich befindet. Mitten im fröhlichen Nihilismus, im Paradies der Planverweigerer, im Slacker Kingdom.

Jetzt könnte man denken, dass Gary so sehr aufgehen in ihrer Slacker Glorie, dass sie sich nicht einmal die Mühe machen, eigene Lieder zu schreiben. Aber dieser Gedanke wird spätestens bei “Twisted Beds“ von einem lauen Sommerwind weggefegt. Und bei “Love Is Love“ und “Hell Teema“ ist man sich dann ganz sicher: Hier wird nichts nachgemacht! Hier ist eine Band zuhause in dem, was sie tut. Klar erkennt man die Einflüsse und Helden in den Liedern. Aber das muss so sein, denn das hier ist POP! In Capital Letters. Und trotzdem wird alles, die ganze Welt, ähnlich wie bei Best Coast, Girls oder Yuck, durch ganz eigene, neue Augen gesehen. Durch die Augen von Teenagern, die sich das erste Mal auf einer Pavement-Show küssen und zerbrochenen Liebschaften zu Sebadoh-Tapes hinterher Weinen.

Hier werden Songs in die ungerechte, überkomplizierte Welt hinausgesungen mit derEuphorie, dem Schmerz, der Enttäuschung und ja, auch der Wut der Jugend. Denn wie sagte schon Calvin Johnsonn von Beat Happening: “Rock´n´Roll Is A Teenage Sport, Meant To Be Played By Teenagers Of All Ages“. Und bei diesem Album “Hey Turtle, Stop Running!“ weiß man dann endlich wieder, warum Calvin immer Recht hat!

Das Album ist zeitlos, Hektik ist hier fehl am Platz. Wunderschöner College-Rock, der auch hätte gestern geschrieben worden sein,  denn beim Hören kann man sich sehr gut vorstellen,  dass sie noch gestern Abend in der Aula deiner alten Schule gespielt haben.

Ab 9. März ist das Album zu haben!

Fotos: Matthias Frey