Freitag, 10. Februar 2012, 19:09 Uhr

Traumpaar: Angelina Jolie trifft in Berlin Guido Westerwelle

Berlin. Hollywoodstar Angelina Jolie (36) verschanzt sich seit Dienstag mit Ehegatten Brad Pitt und den Kindern im Hotel Adlon in Berlin und wurde nur zweimal kurz in der Öffentlichkeit gesichtet, ohne das Paparazzi Schnappschüsse gelangen.

Heute Nachmittag gab’s ein offiziellen Termin im Bundesaußenminsterium und anschließend mit der gebotenen Distanz ein nettes Foto für’s Familienalbum.

Neben Westerwelle (50) nahm auch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (48) im Auswärtigen Amt in Berlin mit der Sonderbotschafterin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen zusammen.

Niebel sagte vor dem Treffen: “Das Engagement von Angelina Jolie als Sonderbotschafterin ist höchst anerkennenswert. Durch ihren Einsatz bringt sie das Schicksal von Flüchtlingen einer großen Öffentlichkeit nahe.”

Westerwelle erklärte: “Wir Deutsche wissen aus unserer eigenen Geschichte, wie schmerzhaft, aber auch wie notwendig die kritische Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit ist, wenn eine friedliche, gemeinsame Zukunft gelingen soll. Deshalb wollen wir helfen, die Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des Völkermords von Srebrenica am Leben zu halten und damit einen Beitrag zur Versöhnung zu leisten. Die ‘Genocide Film Library Bosnia and Herzegovina’, die auch von Angelina Jolie unterstützt wird, soll vom Auswärtigen Amt Mittel erhalten, um dieses Projekt zu verwirklichen.“

Jolie hat sich zur Aufgabe gemacht, den im bosnischen Splaviste noch verbliebenen 8.600 Flüchtlingen ein Zuhause zu schaffen. Das Auswärtige Amt unterstützt seit Jahren Projekte zur Aufarbeitung der Kriegsfolgen in Bosnien mit ca. 3,5 Millionen Euro jährlich.

Die Schauspielerin wird bei der Gala der “Cinema for Peace”-Stiftung am 13. Februar 2012 mit einem Ehrenpreis für ihren Einsatz gegen Krieg und Völkermord und ihr Regie-Debüt “In the Land of Blood and Honey” ausgezeichnet, der auf der 62. Berlinale vorgestellt wird.

Im Juli 2005 ermordeten bosnisch-serbische Truppen unter der Führung von Ratko Mladic in der bosnischen Kleinstadt Srebrenica mehr als 7.000 muslimische Kriegsgefangene und Zivilisten. Dieses größte Massaker in Europa seit dem Ende des 2. Weltkriegs wurde vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien später als Völkermord bewertet.

Nach dem Vorbild von Steven Spielbergs Shoa-Stifung will die “Cinema for Peace”-Stiftung Film-Interviews mit 10.000 Überlebenden des Genozids von Srebrenica führen, aufzeichnen und archivieren. Die so über einen Zeitraum von fünf Jahren entstehende “Genocide Film Library Bosnia and Herzogovina” soll Bildungseinrichtungen, Museen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungsinstitutionen zugänglich gemacht werden.