Freitag, 10. Februar 2012, 12:24 Uhr

Unser Roman für Baku: Der Mädchen-Schwarm wird das Rennen machen

Köln. Gestern Abend suchten die ARD und ProSieben weiter nach einem Sänger, der Deutschland beim Eurovison Song Contest vertritt. Die fünf verbliebenen Kandidaten Roman Lob (21), Shelly Phillips (20), Ornella de Santis (27), Katja Petri (24) und Yana Gercke (20) musste dieses Mal mit zwei Nummern ihr gesangliches Talent unter Beweis stellen. Neben vielen gefühlvollen, langsamen und ruhigen Nummern gab es auch…nun ja eigentlich nichts anderes mehr.

Jedes der kleinen Stimmwunder perfomte eine Ballade oder machte aus einem schnellen Song kurzerhand eine Einschlaf-Nummer. Die gestrigen Show verlor bereits in der ersten halben Stunde erheblich an Spannung. Nachdem man die erste Runde mit Ach und Krach ertrug und die schiefen Töne einfach überhörte, schaute man erwartungsvoll auf die darauffolgende Gesangsrunde, die aber wieder in gähnender Langeweile endete.

Roman Lob zeigte als einziger der vier, dass auch ein echter Songwriter in dem Mädchenschwarm steckt. Zusammen mit seiner Band Rooftop performte er seine eigene Nummer “Day By Day” und brachte damit zumindest etwas muntere, gute Laune auf den Bildschirm. Auch mit dem James-Morrisson-Hit “You Give Me Something” zeigte der 21-jährige seine gefühlvolle, tolle Stimme und konnte die Zuschauer erneut, wie auch schon in den Wochen zuvor, komplett von sich überzeugen. Der Industriemechaniker schaffte es gleich als erster in die nächste Runde.

Yana Gercke, die kleine Schwester von Topmodel Lena Gercke, bewies mit ihrer Songauswahl zwar ein sicheres Händchen, machte aber aus den Hits “Who Knew” und “Talking To The Moon” jammervolle, schluchzende Balladen. Ein bisschen mehr Stärke in der Stimme hätte man von der hübschen 20-jährigen schon erwarten können.

Shelly Phillips sang in der ersten Runde den berühmten Titel “Can´t Take My Eyes Off You”. Wiedererkennen konnte man die Nummer trotz grandioser Stimme kaum. Juror Stefan Raab schien etwas verwirrt von der eher außergewöhnlichen Interpretation und versuchte eine gesunde Mischung zwischen Kritik und Begeisterung zu finden. Jurypräsident Thomas D und Frontsängerin der Band ´Frida Gold´, Alina Süggeler, waren dafür umso begeisterter von der etwas anderen Art der frechen Abiturientin. In der zweiten Runde schaffte es Shelly dann aber auch Stefan von ihrem Gesang zu begeistern, mit dem langsamen Lied “Have It All” von Jeremy Kay. Wie auch ihre Konkurrenten, zeigte sie (wieder mal) ihre emotionale Seite.

Ornella de Santis wusste zwar mit den Titeln “I´ll Be There” und “Love The Way You Lie” ihre junge, klangvolle Stimme in Szene zu setzen und präsentierte eine tolle Bühnen-Persönlichkeit, zeigte aber letztendlich auch nicht mehr, als es andere in anderen Castingshows bereits tausendmal vor ihr taten.

Kata Petri schaffte es dieses Mal weder mit “All You Wanted” noch mit “Stay” die Herzen der Zuschauer zu erobern und musste am Ende die Show verlassen.
Insgesamt hätte man sich von der gestrigen Sendung ein bisschen mehr Unterhaltung gewünscht. Vielleicht wird es in der nächsten Woche keine Schnarch-Show sondern ein Mix aus schönen Balladen und ein paar flippigen, rockigen Nummern. Aber eigentlich ist der Voting-Kram unnötig: Roman reist eh nach Baku.

Fotos: NDR/Willi Weber