Montag, 13. Februar 2012, 15:47 Uhr

Angelina Jolie: Wie gut ist ihr Debüt "In the Land of Blood and Honey"?

Berlin. “In the Land of Blood and Honey” ist bekanntlich das von der Öffentlichkeit mit Argusaugen beobachtete Regiedebüt von Angelina Jolie. Ihr weltpolitisches Engagement ist hinreichend bekannt und so widmet sich die 36-Jährige folgerichtig einer Liebe, die eigentlich keine sein dürfte. Die zwischen einer Bosnierin und einem Serben.

Mit dramatischen Bildern, schockierenden Angriffen auf das innere Seelenbild, offensichtlicher und subtiler Gewalt, erzählt Jolie die Geschichte dieser  Liebe, die vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien begann und deren Ende man gern anders gesehen hätte.

In dem Film finden wir keine schön gemachten Bilder aus der Hollywoodschmiede, sondern viel mehr einen ergreifenden, stilistisch gut gehaltenen Film, mit beinahe dokumentarischem Charakter.

Die gemeinsame Geschichte der Bosnierin Ajla und dem Serben Danijel beginnt und endet – und es steht außer Frage, wo hier die Schuld am Scheitern des menschlich Schönstem, nämlich der Liebe zu finden ist – im Krieg.

Beide begegnen sich tanzend und werden durch einen ersten Bombenangriff erschüttert, werden in ihre Zwänge gewiesen. Während Ajla nun um ihr Leben ringen muss, wird Danijel zum Soldaten, zum Befehlsempfänger der Gegenseite.

Ajla wird in ein Internierungslager gesteckt, in dem Vergewaltigung auf der Tagesordnung steht. Dort trifft sie wieder auf Danijel, als einen der Schergen. Danijel kämpft zum einen mit seinem Gewissen und zum anderen aber auch um die Gunst seines Vaters, einem islamfeindlichen hohem Militär.
Es beginnt der Kampf zweier Menschen um Überleben, jeder auf seine Weise, mal gemeinsam einfühlsam und dann mit weitreichender Kälte.
Ja, ein Kriegs- und Liebesfilm und ja, auch ein Hass- und Fanatismusfilm. Natürlich haben wir dies schon dutzende Male gesehen und die Frage kommt auf: “noch son’n Film?”

“Ja!” noch son’n Film. Und danach noch einer und noch einer. Ohne Propaganda führt uns Angelina Jolie die ewige Sinnlosigkeit aller Kriege und die Macht und Ohnmacht der Liebe mehr als gelungen vor Augen.

Als Zuschauer verlässt man das Kino nach diesem großartigen Film, freut sich über die Stille und weiß aber auch, dass Frieden kein Geschenk ist.
“In the Land of Blood and Honey” ist ein Film der wehtut und dass ist gut so. Ihr Paul Hille

Fotos: Wild Bunch Germany