Dienstag, 14. Februar 2012, 16:03 Uhr

"Schafft Gottschalk den Absprung, kommt er unbeschadet raus"

München. Helmut Thoma (72) war in den 90er Jahren erfolgreicher Boss von RTL. Nun äußerte er sich zur neun Show von Thomas Gottschalk. Dem Gottvater der deutschen Fernsehunterhaltung rät er, so schnell wie möglich damit aufzuhören. “Thomas Gottschalk ist der beste Unterhalter, den wir im deutschen Fernsehen haben. Aber wie soll er das in 20 Minuten zu Geltung bringen – noch dazu unterbrochen von Werbeblöcken?”, sagte Thoma im Gespräch mit dem Magazin ‘Focus’.

“Was soll der Arme denn tun? Das Projekt ist gelaufen. Wenn Gottschalk schnell den Absprung schafft, kann er noch unbeschadet aus dem Experiment herauskommen. Wenn nicht, dann erntet er bald Mitleid. Und das ist ihm nicht würdig.”

Zur unsäglich zähen Diskussion über die Gottschalk-Nachfolge bei ‘Wetten, dass…?’ sagte Thoma: “Die Tragik besteht darin, dass die Zeit von „Wetten, dass..?“ abgelaufen ist, aber niemand hat den Mut, das auszusprechen. Das Format hatte ein bahnbrechendes Konzept, das zu Recht in vielen Ländern kopiert wurde. Aber das ist 30 Jahre her. Alle Fernsehnationen außer Deutschland haben das Konzept inzwischen beerdigt. Die „Wetten, dass..?“-Quoten zeigen aus einem einfach Grund nach unten: Die Zuschauer sterben weg. Dann sollte auch mit der Sendung Schluss sein.”

Da dass ZDF die Sendung jedoch nicht begraben wolle, emnpfiehlt Thoma: “Das Format müsste radikal verjüngt werden, die Sendung müsste journalistischer ausgerichtet werden. Markus Lanz könnte das. Aber, wenn ich mir anhöre, wer noch auf der Wunschliste stand, glaube ich nicht, dass man sich beim ZDF darüber im Klaren ist. Hape Kerkeling – das ist keiner der andere auf ein Sofa setzt, der muss selbst auf ein Sofa gesetzt werden.”

Bei ‘Gottschalk Live‘ heute um 19.20 Uhr im Ersten soll das Ehepaar Katharina (84) und Peter (83) Slomski zu Gast sein, das in 60 Jahren Ehe nie einen ernsthaften Krach hatte.

Foto: ARD/Max Kohr