Freitag, 17. Februar 2012, 18:32 Uhr

Matthias Schweighöfer in "Russendisko": Die neuesten Bilder

Berlin/München. Ab 29. März 2012 kann sich das Publikum auf ein außergewöhnliches Kinospektakel freuen, wenn sich Matthias Schweighöfer als junger Wladimir in den chaotischen Großstadtdschungel der Metropole an der Spree stürzt. ‘Russendisko’ ist die Leinwandadaption des Bestsellers von Wladimir Kaminer, einer Geschichte, in der es um Freundschaft, Heimat und natürlich die große Liebe geht.

Im Juni 1990 kommt der 23-jährige Wladimir Kaminer aus Russland nach Ostberlin. Als russisch-jüdischer Emigrant erhält er „humanitäres Asyl“ in der damals gerade noch existierenden DDR. Er erlebt eine Stadt im Umbruch und Aufbruch, ein Kommen und Gehen ungewöhnlicher Menschen, die sich ausprobieren können. Im Kaffee Burger in Berlin-Mitte veranstaltet er mit Yuriy Gurzhy die „Russendisko“ und hat damit durchschlagenden Erfolg.

Der heute 44-jährige Kaminer erzählt von den Anfängen: „Ein Dichter, der am Prenzlauer Berg eine Kneipe eröffnet hatte, die er sich als einen Ort der lebendigen Kultur vorstellte, fragte mich, ob ich mir nicht eine Veranstaltung vorstellen könnte, in der ich den Gästen russische Kultur näherbringe. Sie sollte ,Russische Zelle‘ heißen, eine Art Antwort auf ,russische Seele‘. Wir begannen mit Lesungen und Filmvorführungen. ,Russendisko‘ war ein Teil davon. Allerdings ging uns das gute kulturelle Programm relativ schnell aus. Man kann auf Dauer nicht alle zwei Wochen ein neues gutes Buch oder einen neuen guten Film zeigen. Die Musik aber ist immer da. Wir waren immer gut drauf. Und so wurde das zu einer reinen ,Russendisko‘. Die erste ,Russendisko‘ war im Zapata im Café Tacheles, dann gab es eine zweite in einem Laden, dessen Namen ich vergessen habe. Und schließlich landeten wir im Kaffee Burger.“

Regisseur Oliver Ziegenbalg verriet, wie er engagiert wurde: “Ich war in Marrakesch, wo ich an einem anderen Drehbuch arbeitete“, erinnert sich Oliver Ziegenbalg. Er hatte den Roman bereits Jahre zuvor gelesen und die ‘Russendisko’ selbst wiederholt besucht, wusste aber nicht, dass ‘Russendisko’ als Filmstoff vorbereitet wurde.

„Dort erhielt ich eine E-Mail von Christoph Hahnheiser, einem Produzenten, den ich bis dahin nicht kannte. Bei unserem Treffen in Berlin bot er mir ‘Russendisko’ an. Bei dieser Gelegenheit teilte er mir auch mit, dass er bereits seit mehreren Jahren mit dem Projekt zugange war und mit mehreren Autoren vergeblich versucht hatte, den episodischen Charakter des Buches aufzubrechen. Ich war überrascht.”

Im Mittelpunkt stehen die drei Freunde Wladimir, Mischa und Andrej, die von Russland nach Berlin kommen. Es geht um ihre Freundschaft und wie sie sich in einer neuen Welt, in einer neuen Stadt entwickelt: Jeder von ihnen muss im Verlauf der Geschichte seinen Weg finden. „Mir ging es um zwei zentrale Begriffe: Heimat und Freundschaft“, sagt Ziegenbalg. „Natürlich macht es mir auch Spaß, solche Geschichten zu schreiben: Jungs, die sich auf ein großes Abenteuer einlassen. Ganz stark damit verwoben ist aber die Überlegung, was Heimat ist, wo man sie findet, was das bedeutet.

Es galt, drei Jungs für die Hauptrollen zu finden, die nicht nur ihre Figuren perfekt darstellen, sondern auch miteinander harmonieren. Schnell rückte Matthias Schweighöfer für die Rolle des Wladimir Kaminer in den Fokus des Produzenten.

“Schnell hatten wir uns auf Matthias als Wunschwahl für die Rolle geeinigt“, sagt Produzent Christoph Hahnheiser. „Das wurde mit jeder Fassung immer konkreter. Die Art, wie er spielt, seine Ausstrahlung, seine Energie waren genau das, was wir uns vorstellten. In ‘Friendship!’ brachte er all das wunderbar auf den Punkt. Weshalb wir für die zweite Hauptrolle auch schnell Friedrich Mücke, Matthias’ Partner in ‘Friendship!’, ins Auge fassten. Sie haben eine ausgezeichnete komödiantische Chemie. So etwas findet man nicht so oft. Nach dem Casting war uns sofort klar, dass das bei uns auch gut funktionieren wird. Und die beiden wollten sofort. Christian Friedel war ein Vorschlag unserer Casterin Anja Dihrberg. Uns war nach 15 Minuten Casting klar, dass sie vollkommen richtig lag. Er passte perfekt zu Matthias und Friedrich.“

Und Matthias Schweighöfer freute sich natürlich auf die erneute Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Friedrich Mücke. „Wir sind ein eingespieltes Team, unser komisches Timing hat sich bewährt – ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Oliver Ziegenbalg nicht schon entsprechende Hintergedanken hatte, als er das Drehbuch schrieb“, lacht der Schauspieler. „Wirklich bemerkenswert finde ich Christian Friedel. Dass die Chemie zwischen Friedrich und mir stimmen würde, davon ging ich aus. Ich dachte mir aber, dass es für den Dritten schwierig sein würde, da Fuß zu fassen. Dann kam Christian zum Casting, und es war, als wären wir die ganze Zeitschon ein Trio gewesen. Er spielt wirklich super.“

Fotos: Paramount Pictures Germany GmbH