Samstag, 18. Februar 2012, 13:56 Uhr

So kam der Potsdamer Leonard in Spielbergs neues Kriegsdrama

Berlin. Leonard Carow ist sowas wie der Newcomer unter den deutschen Schauspielern. Der erst 17-jährige, der ja immerhin noch zur Schule geht, hat es geschafft, als einer von fünf deutschen Schauspielern eine Hauptrolle in dem neuen Kriegsdrama “Gefährten” von Steven Spielberg zu ergattern.

Im Interview mit klatsch-tratsch.de plauderte Leonard über seine Erfahrungen in der Hollywood-Filmwelt, über den berühmten Regisseur und über seine ganz persönliche berufliche Zukunft.

Carow, der schon in fünfzehn Filmen mitwirkte, erzählte unter anderem, wie er zu der Rolle in dem Film kam, der seit Donnerstag in den deutschen Kinos läuft und für sechs Oscars nominiert ist. “Das war ein ganz normales deutsches Casting, allerdings ein Vor-Casting. Die englische Lieblingscasterin von Steven Spielberg Jina Jay hat die deutsche Casterin Simone Bär angesprochen und die hat dann ein paar Jungs vorgeschlagen, die vom Typ her passten und die schauspielerische Erfahrung hatten. Dann gab es ein Reading bei Simone Bär. Ich wurde ausgewählt und ich dachte eigentlich, da folgen noch mehr Castings. Aber die haben sich sofort für mich entschieden.”

Der Potsdamer Schüler war besonders begeistert von der Zusammenarbeit mit den Co-Darstellern und den Dreharbeiten in England. “Das war ein Hammer-Dreh. Ich habe mit unglaublichen Profis zusammengearbeitet, die alle ganz nett und entspannt waren. Bei einer Hollywood-Produktion wird ein ganz anderer Aufwand betrieben und alles geht sehr schnell.”

An einer Sache hatte er aber besonders viel Spaß: “Der Reitunterricht war toll. Pferde sind wunderschöne Tiere.”

Auch mit seinem jungen deutschen Schauspiel-Kollegen David Kross (21), der in dem Drama seinen Bruder spielt, verstand er sich besonders gut beim Reitunterricht. “Ja wir waren sehr entspannt und haben viel geredet, während wir auf unseren Pferden saßen. Abends sind wir dann manchmal was essen gegangen und beim Dreh lernt man sich ja ohnehin noch besser kennen. Wir waren allerdings nicht ständig zusammen.” Das lag unter anderem auch daran, dass der noch minderjährige Leonard am Set stets von seinem Vater begleitet wurde.

Leonards Klassenkameraden tappten angesichts seiner grandiosen Hollywood-Rolle lange im Dunkeln: “Die wussten vorher nichts davon. Ich habe darüber auch nix erzählt. Wenn jetzt der Film in die Kinos kommt, dann erübrigt sich ja das Gespräch darüber. Die freuen sich, glaub ich, aber flippen jetzt deswegen nicht aus.”

Für Leonard war die Zusammenarbeit mit Steven Spielberg eine großartige Erfahrung, doch der junge Schauspieler will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen und seine Träume sind noch längst nicht vorbei. “Er ist ein großer und toller Regisseur, aber es gibt mit Sicherheit noch viele andere, die mich beeindrucken und mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde. Ich möchte selber was erreichen und mich nicht nur auf der Zusammenarbeit mit Spielberg ausruhen.”

Der berühmte Regisseur hatte sich kurz vor den Dreharbeiten mit einigen Darstellern, unter anderem auch mit Leonard, in einem Hotel getroffen: “Als ich ihm das erste Mal begegnete, war ich auf einmal aufgeregter als ich gedacht hätte. Es war aber ein sehr angenehmes Treffen.”

Nach seiner Hollywood-Rolle ging es für den Nachwuchsschauspieler gleich weiter im deutschen Filmgeschäft. Carow erklärte: “Ich habe eine Episodenhauptrolle in ‘Der Kriminalist’ gespielt und dann eine Rolle in ‘Schläge im Namen des Herrn’ übernommen. Der Film zeigt das Schicksal von Heimkindern in Nachkriegsdeutschland. Und dann folgen noch ein paar eigene Filmprojekte mit Freunden.”

Schon im Alter von neun Jahren fasste Leonard Fuß im Film-Geschäft. Seine erste Filmrolle hatte der in dem Film “Stauffenberg”. Sein früher Erfolg atte auch damit was zu tun, dass auch seine Schwestern Schauspielerinnen waren: “Meine ersten schauspielerischen Schritte waren besonders von meiner großen Schwester abhängig. Sie sollte damals in einem Tatort mitspielen. Der Regisseur meinte, dass er eigentlich noch zwei Geschwister dazu brauchte und nahm dann kurzerhand gleich mich und auch meine jüngere Schwester für den Film. Also spielte ich mit meinen zwei Schwestern auch im Film Geschwister. Meine ersten Erfahrungen waren für mich wirklich beeindruckend.”

Obwohl Leonard viel mehr unterwegs ist, als seine Altersgenossen, findet er trotzdem Zeit für Freizeitaktivitäten. Dazu gehört zum Beispiel das Anschauen von Horrorfilmen. “Ich habe erst vor kurzem wirklich angefangen, Horrorfilme zu gucken. Ich war früher überhaupt kein Fan davon. Aber jetzt habe ich aus diesen gruseligen Filmen auch Erfahrungen gesammelt. Ich finde es wirklich interessant, wie die beängstigenden Erfahrungen von Menschen in diesen Filmen umgesetzt werden. Man kann das auch auf andere Filme beziehen. Da werden Situationen dargestellt, mit denen sich die Menschen auch in der Realität auseinander setzen müssen, zum Beispiel die Angst vor bestimmen Dingen.”

Außerdem schreibt der talentierte Schüler auch noch an einer Filmmusik. “Ich war schon immer unglaublich interessiert an Filmmusik. Das ist das erste Mal, dass ich wirklich passende, dazugehörige Musik für ein Stück schreibe. Es ist für die Aufführung von einem Schultheater-Stück. Ich bin immer bei den Proben dabei, arbeite aber auch viel zuhause. Vieles fällt mir spontan ein, aber bei manchen Szenen,wie zum Beispiel traurigen Momenten muss ich dann auch genau überlegen, dass ich zu in der passenden Stimmung etwas erarbeite.”

Seiner Zukunft sieht der sympathische, aber eher ruhige Schauspieler gelassen und selbstbewußt entgegen. “Ich lasse alles laufen und gucke mal, was noch so passiert. Hauptsächlich will ich mal eigene Dinge auf die Beine stellen und nicht mehr auf andere angewiesen sein. Und auch wenn ich noch zur Schule gehe, werde ich mich schon währenddessen weiterhin beruflich entwickeln und meine Karriere fördern. Bis jetzt habe ich auch noch keine wirkliche Vorstellung von einer Traumrolle, die ich mal spielen möchte. Wie gesagt, ich lasse alles auf mich zukommen.”

Wir drücken ihm die Daumen!

“Gefährten” ist seit Donnerstag in unseren deutschen Kinos zu sehen.

Fotos: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany/ Red Bug Agentur