Mittwoch, 22. Februar 2012, 15:28 Uhr

"Ghost Rider: Spirit of Vengeance": Wer Comics liebt, wird ihn mögen

Berlin. “Ghost Rider: Spirit of Vengeance” startet am 23. Februar in den deutschen Kinos. Es ist schwer zu sagen, ob man sich in der Welt des Comics auskennen sollte, wenn man sich diesen Streifen ansehen möchte. Als bücherlesendes Relikt und das Comic als Kunstform schätzend, kann ich jedoch sagen, dass der Film auch ohne „Vorkenntnisse“ auskommt. Dennoch ist es dem Filmgenuss zuträglich, sich ein wenig im Marvel Comic auszukennen, oder schon mal davon gehört zu haben.

Die Story ist schnell erzählt: Blaze, der Ghost Rider (Nicolas Cage) wird von dem letzten Kriegsmönch Moreau (Idris Elba) gebeten einen entführten, zehnjährigen Jungen (Fergus Riordan) zu retten. Und das tut er dann auch. Punkt. Huch, da war die Geschichte schon zu Ende.

Aber okay, das gab es schon, das wird es immer wieder so geben und es ist auch gar nichts dagegen einzuwenden. Nur gekonnt erzählen muss man es. Das gelingt dem Film durch actionreiche Passagen und den für diesen Zweck wirklich toll in Szene gesetzten Special Effects.

Unterstützt durch den 3-D Effekt ist Ghost Riders umgebender Qualm beinahe schon im ganzen Kinosaal zu riechen. Glühende Kettenglieder erwischen den Zuschauer und auf den Verfolgungsfahrten mit dem Motorrad fährt man förmlich mit. Wir bekommen ein lebendiges Kino zu sehen, durchzogen mit Marvel-typischen Comiceinspielungen, die im Auge Spaß machen.

Wer Comics liebt, wird diesen Film mögen.

Aber da bleibt das ewige Dilemma mit Nicolas Cage. Mehr als das Inhaltliche des Films, wovon ja wenig da ist, beschäftigt einen nicht die Figur des Ghost Rider, sondern Herr Cage an sich.

Was soll man nur mit ihm anfangen? Natürlich hat er eine unverwechselbare Charakterfresse und beim Ertönen seines Namens ist einem sein Gesicht sofort präsent. Und da klingeln spontan nur zwei Filme mit dem speziellen Klang von “da war er richtig gut” im Kopf: “Bad Lieutenant” und, wer hätte es nicht selbst geahnt, “Leaving Las Vegas.”

Nun kann man von Glück für Nicolas Cage sprechen, dass es Kino und Fernsehen gibt. Im Theater würde er mit seinem Minimalrepertoir an Mimik und Gestik maximal die Rolle des Golem glanzvoll übernehmen können. Als “Cage-Kenner” ist man ständig hin und her gerissen zwischen dem Wissen, dass er eigentlich ganz gut spielen kann und dem, dass er es so selten tut.

Zum Glück bleibt einem aber die Figur der Teufels, gemimt von Ciarán Hinds. Sein Gesicht ist ein Hingucker, denn er weiß etwas damit anzufangen. Obwohl, oder gerade weil er den Bösen gibt, ist er in diesem Film der Beste seines Faches.

Setzt man sich nicht mit Logik auseinader, die einem den Knüppel zwischen die Augen wirft, dann ist es schmackiges und ansehbares Comicverfilmungskino.

Der Film tut nicht weh und er macht Vergnügen. Auch das ist Kino. Sehen Sie das auch so? Ihr Paul Hille

Fotos: Konrad Wolff, Universum