Donnerstag, 23. Februar 2012, 12:23 Uhr

Die Schweiz schickt uns die erfrischende Band "The bianca Story"

Berlin. Relativ frisch ist das Jahr 2012 und von den Bergen der Welt schallt allerhand neues in die Täler. Auch die Schweiz hat wunderschöne Berge und in der Basler Region bekommt man von einer Band zur Zeit besonders viel zu hören.

Die Rede ist von The bianca Story, die der Schweiz nach Sophie Hunger, Boy, We Invented Paris, Navel oder Bonaparte alle Ehre machen und diesen spannenden Exporten in nichts nachstehen.

Sie alle kommen aus der Schweiz und lassen seit geraumer Zeit unsere Herzen im Takt pochen. Dieses Phänomen erinnert stark an Schweden vor einigen Jahren. Nun ist anscheinend das nächste Land an der Reihe, welches eine abstrus gute Klangkost nach der anderen in die Welt aussendet.
Musikzauberei? Zaubertranktopf? Oder einfach nur tolle Musiker, die sich jahrelang sorgfältig in ihren Proberäumen aufgewärmt haben und nun, im genau richtigen Moment, mit dem Echo der Berge im Nacken, zu uns getragen werden?

Diese Geschichte handelt also von Anna, Elia, Fabian, Joel und Lorenz, von ihrer Band The bianca Story, ihrem neuen Album „Coming Home“ und einer damit verbundenen Reise, derer sie sich zu Beginn wahrscheinlich noch nicht einmal selber bewusst waren.

Fragt man Elia heute, worum es auf dem neuen Album geht, antwortet er: „Um Sehnsucht, Liebe, um Tod und Heimat und um unsere sehnsüchtige Generation der Desillusionierten, welche trotz allem noch viele Wünsche offen hat.“

Elia, Frontmann, Sänger und Gitarrist bei The bianca Story mit dieser nebulös-spannenden Ausstrahlung, ist „der Fassbare aus der Band“, wie Anna ihn nennt. In sich trägt er eine unwahrscheinlich energetische, im Unterton eindringliche und aufreibende Stimme, die markant ist und berührt.

Das weibliche Pendant zu ihm ist Anna. Auf den ersten Blick ruhig; Auf der Bühne kann sich die ehemalige Klosterschülerin jedoch so sehr in ihre Rollen hineinfallen lassen, dass man das Gefühl bekommt, sie singe gerade um ihr Leben, um die Rettung ihrer großen Liebe und gegen das Sinken des Schiffs. Mit so viel Überzeugung und Stimmwahnsinn, dass man sich vor Mitgefühl fast die Lippen blutig beißen möchte.

“Coming Home“ ist sogenannter Post Empire-Pop, im besten Sinne von Bret Easton Ellis.

Episch-ehrliche Melodien treffen auf Seemanns-Romantik mit Beatbox-Drums; Verrauchte Club-Beats heiraten die naive Jugend; die ohnmächtige Wut der namenlosen Generation der 90er liebäugelt mit der Sanftmut.Die Texte der Band handeln von der Suche, von der Sehnsucht und vom Kampf, seine ganz persönliche Wahrheit zu finden.

Von Menschen, die einem nahe stehen nur um im nächsten Moment weiter entfernt zu erscheinen als das Größenverhältnis vom Atom zur Welt, vom Aberwitz unserer Gesellschaft, von jedermanns Heimat, von dir und von mir. Und natürlich vom Ankommen.