Freitag, 24. Februar 2012, 15:52 Uhr

Jetzt kommt Wallis Bird, ein irischer Derwisch an der Gitarre

Hamburg. Wallis Bird mag man leicht übersehen, aber kaum eine andere irische Künstlerin versteht es so gut, sich mit ähnlich viel Nachdruck Gehör zu verschaffen. Die gerade mal 1,60 m große Sängerin, Gitarristin und Songwriterin ist fürwahr ein unvergleichliches Temperamentsbündel, „eine der energetischsten Performer dieser Tage“, so der britische ‘Daily Express’, und für die französische Le Monde „die Entdeckung“ nach ihrem Auftritt beim hochkarätig besetzten Festival Rock en Seine.

Wallis verfügt über eine enorm ausdrucksvolle Stimme, deren Spektrum von zartem Flüstern bis hin zum explosiven Schreien reicht. Ihr extraordinäres Gitarrenspiel ist mal feinstes Handwerk, mal vulkanische Naturgewalt. Wallis Bird ist ein wahrer Derwisch an der Gitarre – mit der linkshändig seitenverkehrt gespielten Rechtshändergitarre hat sie zudem ihren ganz eigenen Stil entwickelt – expect anything from humming bird to strumming bird.

Für ihr drittes Album – schlicht „Wallis Bird“ genannt – hat sich die 29-jährige Singer/Songwriterin, die 2010 den Meteor Award, Irlands Pendant zum Echo, als beste irische Künstlerin gewann, viel Zeit gelassen und weite Wege zurückgelegt.

Das Album, das Wallis in den ehemaligen Staatlichen Rundfunkstudios der DDR in Bertliner der Nalepastrasse aufgenommen hat, erscheint bei uns am 9. März.

Mit ihrem neuen Werk trägt Wallis Bird der Tatsache Rechnung, dass sich die Welt um uns herum mit dramatischer Geschwindigkeit verändert. Wir leben in Zeiten drastischer Enthüllungen. Von WikiLeaks und den Missbrauchsskandalen, von der Abhöraffäre der News of the World bis hin zur weltweiten Finanzkrise und der daraus resultierenden Occupy-Wall-Street-Bewegung, von neu besetzten Geschlechterrollen bis zur globalen Erwärmung, den Weltläufen will auch Wallis Bird ihren Tribut zollen, ohne großartig mit dem Finger auf bestimmte Politiker, Parteien oder Institute zu zeigen. Lieber entwirft sie poetische Songtexte voller Doppeldeutigkeiten, alltagsphilosophischer Anspielungen und metaphorischer Fallstricke.

Auch die Begegnungen und Gespräche mit anderen Menschen, seien es Alkoholiker oder Priester, Obdachlose oder Drogenabhängige, sind in den Entstehungsprozess des neuen Albums eingeflossen.

Damit nicht genug, ist zum neuen Album mittlerweile auch eine filmische Dokumentation entstanden, die Wallis Bird auf Streifzügen durch die Stadt und die Natur begleitet – und die Genese des Albums mit anderen Mitteln transportiert.

Fotos: Jens Öllermann