Freitag, 24. Februar 2012, 21:22 Uhr

Oscars 2012: Alles über die heiß begehrte Goldstatuette

Los Angeles. Sonntag Nacht ist es endlich soweit! Die Oscar-Verleihung 2012 findet am 26. Februar im Kodak-Theatre in Los Angeles statt und viele Weltstars und Filmemacher hoffen darauf, den begehrten Gold-Award zu erhalten.

Aber was steckt eigentlich hinter der weltberühmten, kleinen Statue, die für Schauspieler, Regisseure und Co. alles bedeutet?

Eigentlich heißt der wichtige, goldene Film-Preis Academy Award of Merit. Verliehen wird er jährlich von der US-amerikanischen Academy of Motion Pictures Arts and Sciences (AMPAS) und ausgezeichnet werden die Filme des Vorjahres. Die erste Verleihung liegt schon eine ganze Weile zurück. Die ersten Oscars wurden am 16. Mai 1929 im Blossom Room des Roosevelt Hotels vergeben.

Wie Oscar seinen Namen bekam – dafür gibt es zwei Legenden: Einerseits soll Filmlegende Bette Davis die Figur mit ihrem ersten Mann Harmon Oscar Nelson verglichen haben und zum anderen sei es Margaret Herrick, die Bibliothekarin der Filmakademie, gewesen, die in der Figur ihren Onkel Oscar sah.

Die Statue, die die Herzen aller Hollywood-Stars höher schlagen lässt und manch einem berühmten Schauspieler leider noch niemals zuteil wurde, stellt eigentlich einen Ritter dar, der ein Schwert in seinen Händen hält und auf einer Filmrolle steht. Auch hinter den kleinen Details des Oscars steckt eine besondere Bedeutung. Die 5 Speichen der Filmrollen bedeuten zum Beispiel die fünf Originalabteilungen der Academy: Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Techniker und Autoren.

Und nur die wenigsten Leute denken wahrscheinlich darüber nach, woraus der wohl berühmteste Award eigentlich besteht und wie sie hergestellt wird.

Der goldene Ritter hat eine Größe von 34,4 Zentimeter. Die 24 Karat-Goldhaut ist nur hauchdünn und darunter befindet sich ein massiver Nickel-Kupfer-Silber-Leib! Und nur deswegen ist der Oscar auch 4,25 Kilogramm schwer.

Nachdem der “kleine Mann” in Form gegossen wurde, folgt noch eine Menge Arbeit. In ungefähr 40 Stunden stellen ihn die Mitarbeiter der R.S. Owen Company in Chicago seit 1983 in feinster Handarbeit her.

Der Rohling wird mit Kupfer und Silber überzogen. Dann folgt die dünne Goldschicht, die dem Oscar erst seinen wertvollen, atemberaubenden Charme verleiht. Nach dieser Prozedur darf der Ritter noch ein elektrisch aufgeladenes Goldbad genießen.

In den Sockel der Statue werden unmittelbar nach der Verleihung die Namen der Preisträger, die Oscar-Kategorie und der Film-Titel und Name des Preisträgers eingraviert. Das bedeutet, die Gewinner bekommen aus Geheimhaltungsgründen einen noch unpersonalisierten Oscar überreicht.

Seit 1949 besitzt jeder Oscar eine eigene Seriennummer.

Natürlich muss es auch einen Erfinder und Designer hinter des schönen Oscars geben.

Die Figur wurde einst von dem amerikanischen Bildhauer George Stanley gefertigt – nach den Entwürfen des Chief-Art-Directors der Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, Cedric Gibbons, der in den 60er Jahren verstarb. Gibbons selbst wurde übrigens auch 37 Mal für den Oscar nominiert und erhielt 11 Mal die begehrte Trophäe. Stanley zählt seitdem zu den einflussreichsten und berühmtesten Designern der Kino-Geschichte.

Die Oscar-Statue ist übrigens zwischen 300 und 500 Euro wert, je nach Goldpreis. Der ideelle Wert ist für die Preisträger allerdings unbezahlbar. Man darf gespannt sein, wem der goldene Ritter dieses Jahr mit seiner Anwesenheit beehrt und wessen Namen unter seinen Füßen eingraviert wird. Wir bleiben dran!

Fotos: A.M.P.A.S.