Mittwoch, 23. Mai 2012, 11:36 Uhr

"The Raid": Schon jetzt eines der großen Actionmeisterwerke?

Am 12. Juli startet ‘The Raid’ inden deutschen Kinos. Die indonesische Actionmeisterleistung von Regisseur Gareth Evans ist eine neuartige, hochbrisante Mischung, die den Zuschauer explosionsartig aus dem Kinositz hauen dürfte ? nur um ihn Sekunden später wieder mit einem brutalen Spannungsgriff an den Sessel zu fesseln. Wegschauen gilt nicht!

Ein Apartmentblock, unzählige Gangster, ein Haufen zunehmend dezimierter Elitecops und Shootingstar Iko Uwais als Mensch gewordene tödliche Waffe, die zum packenden Score von Linkin Park-Frontmann Mike Shinoda die Grenzen von Physik und Schmerzempfindlichkeit aus den Angeln zu heben scheint: Das kommt dabei heraus, wenn man das knüppelharte US-Actionkino der 80er-Jahre, die gefeierte Ballistikchoreografie eines John Woo und die Martial-Arts-Artistik eines Tony Jaa („Ong Bak“) kombiniert.

Ein Film, der schon jetzt als eines der großen Actionmeisterwerke der Filmgeschichte gilt und auf zahlreichen Festivals gefeiert wurde.

Und darum geht’s: Als neues Mitglied eines verdeckt operierenden Sondereinsatzkommandos soll Rama (Iko Uwais) einen brutalen Drogenbaron in dessen heruntergekommenen fünfzehnstöckigen Apartmentblock stellen und dingfest machen. Aber nicht alles ist so, wie es scheint: Die Führung der Eliteeinheit verfolgt anscheinend ihre eigenen Ziele mit dem Einsatz, während der Kopf des Kartells, Tama (Ray Sahepaty), offenbar längst auf die Angreifer gewartet hat. Als seine vorgewarnten Wachen die Operation gleich zu Beginn auffliegen lassen, bricht in dem Gebäude die Hölle los.

Jedem Killer, Gangster und Dieb wird von Tama lebenslange Unterkunft im Austausch gegen die Köpfe der Polizisten angeboten. Und der kriminelle Abschaum lässt sich nicht lange bitten. In brutalen Stellungskämpfen wird Ramas Truppe zunehmend dezimiert, bis nur noch wenige seiner Polizisten einer gegnerischen Übermacht gegenüberstehen. Rama muss für den gefallenen Führer seines Teams einspringen und all seine kämpferischen Fähigkeiten einsetzen – um sich Stockwerk für Stockwerk und Raum um Raum nach vorne zu kämpfen, die Mission zu beenden und trotzdem mit dem Leben davonzukommen.

Der walisische Regisseur Gareth Evans hat mit Iko Uwais den nächsten großen asiatischen Actionstar und einen ebenbürtigen Nachfolger für die Garde um Jet Li, Tony Jaa und Co. gefunden. Evans, der mit Uwais bereits bei „Merantau“ zusammengearbeitet hatte, ist ein ernstzunehmender Anschlag auf die menschliche Wahrnehmung gelungen. Eine Glanzleistung, die die „Expendables“ trotz fortgeschrittenen Alters der Akteure wie einen Kindergarten wirken lässt.

Fotos: Kochmedia