Joon: Neues vom German Wunderkind, das in den USA sein Glück fand

Sonntag, 3. Juni 2012, 19:15 Uhr


Um das junge Mädel, um das es heute geht, hatten wir 2010 richtig viel Wirbel gemacht und die hiesigen Plattenfirmen und Medien haben auch nach zwei Jahren noch nicht geschnallt, was ihnen da eigentlich für eine Geschichte durch die Lappen gegangen ist.

Abseits vom ganzen Casting-Tralala ist Joon Wolfsberg einen Weg gegangen, der wie ein Märchen klingt. Jetzt gibt es Neues von der heute 20-Jährigen zu berichten. Viel Neues.

Ein Studio in Nashville, eine Gruppe von Musikern, die gerade reinkommen, Hektik, Freude, Stress….Darunter ein junges, hübsches Mädchen mit Kapuzenpulli und lockerem Style. Typische amerikanische Band, denkt man sich jetzt wahrscheinlich. Aber das ist bei weitem nicht der Fall. Denn die blonde Sängerin kommt aus Deutschland, genauer gesagt aus Erfurt im schönen Thüringen. Aber was macht denn eine Erfurterin bei den Amis in Nashville?

Rückblick: Schon 2010 begann eine vielversprechende Karriere der jungen Frau, vor dem heimischen Fernseher. Bei einer ‚Popstars‘-Folge, in der die Kandidatinnen sich gerade in einem Tonstudio in Nashville aufhielten, entdeckte Papa Joe einen Mitarbeiter im Hintergrund, bei dem er sofort das Gefühl hatte ‚Diesen Mann brauchen wir!‘ Und er sollte recht behalten. Die beiden verschickten noch am selben Abend eine E-Mail mit angehängten Demo- Songs an Produzent und Songwriter Zach Allen und keinen Tag später bekamen sie eine Antwort. Allen sagte spontan zu, gemeinsam mit ihnen ihr Debüt-Album zu produzieren, ohne groß daran verdienen zu wollen.

Kurz darauf saßen die beiden Erfurter im Flugzeug nach Nashville, um von Januar-März 2011 zusammen mit Musikern wie Dave Roe (letzter Bassist von Johnny Cash), Buddy Hyatt (Pianist bei Toto), Shawn Fichter (Schlagzeuger von Peter Frampton) und anderen US-Musik-Legenden ihr erstes Album „Made in USA“ aufzunehmen.

Joe (Foto oben mit seiner Tochter) sagte dazu gegenüber klatsch-tratsch.de: „Wir dachten bis zum ersten Tag im Tonstudio, dass das alles nur ein Traum ist. Soviele berühmte Musiker, die alle mit uns unser Album aufnehmen wollten. Das war schon krass…“.

Nun geht das erstaunliche Musik-Abenteuer der Joon Wolfsberg weiter. Die 20-jährige setzte sich von Januar- April 2012 mit den Musikern Dave Krusen (Gründungs- Schlagzeuger von Pearl Jam), Brad Smith (Bass) und Christopher Thorn (Gitarre), beide von der Band „Blind Melon” zusammen, um ein neues, einzigartiges Album auf die Beine zu stellen, dass es so noch nicht gegeben hat.

Schon das Cover des entstandenen Albums ‚Wonderland‘ verspricht ganz viel Spaß und Vielfältigkeit. Bunte Farben, kuriose Comic-Art-Zeichnungen und in der Mitte der einfallsreiche und schöne Titel des Werks. Besser kann das Album eines frischen, talentierten Jungstars ja nicht aussehen.

Wenn man sich dann die Songs von Joon anhört, denkt man allerdings nicht mehr an eine musikalische Anfängerin, sondern an einen echten Profi mit wahnsinnig gereifter Stimme und unverwechselbarem, authentischen Charme. Die Lieder schreibt sie übrigens gemeinsam mit ihrem Vater, der seine Tochter von Anfang an bei ihrem großen Traum, die Musikwelt zu erobern, unterstützte. Gott sei Dank, sonst würden uns echte Ohrwürmer, tolle, einprägsame Songs und ein Mädchen mit stimmlichen Wiedererkennungswert entgehen.

Joon erzählte dieser Seite dazu: „Von Anfang an haben wir alle Songs so geschrieben, dass es ein abwechslungsreiches Album wird, da wir beide es doof finden, wenn man sich ein Album kauft und dann ist da nur ein guter Song drauf. Wir wollten dass unser neues Album eine Reise in ein Wunderland wird. Den Song ‚Free Your Mind‘ haben wir sogar einen Tag bevor die ersten Aufnahmen begannen, im Motel geschrieben… Ja, das ist sehr mutig… (lacht)“.

Zu den grossartigen Songs, hinter denen fast immer eine Botschaft an die große weite Welt zu erkennen ist, gehört unter anderem auch ‚Darkness‘. Mit sanften, einfühlsamen Klängen bringt Joon die Menschen um Nachdenken. Dazu trägt zum großen Teil natürlich auch das Musikvideo bei, dass die harte und traurige Arbeit von Soldaten zeigt.

Joon griff hier sicherlich ganz bewusst zum Thema Krieg, da diese Probleme gerade in unserer heutigen Zeit die Welt besonders beschäftigen. Weniger melancholisch klingen die Songs ‚Big Fish‘ und ‚Hang Me Up To Dry‘. Sie verbreiten jugendliche Leichtigkeit und sie sind absolut Hit verdächtig. Auf den Songs des Albums wird weniger Wert auf einen instrumentalen, völlig überladenen Beat-bzw Bass-Hintergrund gelegt, sondern viel mehr auf die eindrucksvolle Stimme von Joon. Die rauchig-rockigen Töne erinnern an Künstler wie Melissa Etheridge, Linda Perry und Shania Twain.

Die 20-jährige sagte über ihre zweite Album-Produktion: „Es war total verrückt, dass eigentlich immer alle Fans von den Musikern von Pearl Jam und Blind Melon sind, aber in unserem Fall, diese Musiklegenden Fans von uns waren. Die Zusammenarbeit mit denen war total schön und unkompliziert. Jeder von ihnen hat mehr als hundert Prozent gegeben, was man hoffentlich auch hören kann.“

Alles in allem ist ‚Wonderland‘ ein frecher und durchaus flippiger Mix. Für jeden Musikgeschmack ist was dabei und die kratzige, und doch so reife Stimme von Joon Wolfsberg vergisst man nicht so leicht.

Aber warum ist das deutsche Gesangs-Talent denn nun eigentlich zuerst in die USA gegangen und hat nicht bei uns in Deutschland produziert?

Die Antwort ist schlicht: Die deutsche Radio- und Medienlandschaft zeigt angesichts ihrer Quotengeilheit nur noch selten Mut. Es werden lieber Hits gespielt, als welche zu schaffen. Auch die Presse stürzt sich mit ihren Meldungen lieber auf „fertige Stars“. Und die Ignoranz der großen Plattenfirmen ist auf Umsatz begründet. Nicht auf Talent.

In den USA verhält sich das allerdings anders. Dort wird echtes Talent immer noch sehr hoch bewertet und darum werden dort begabte Nachwuchsmusiker von vielen Seiten stark gefördert. Deshalb ist Joon Wolfsberg jenseits des großen Teiches vielleicht bald auch ein echter Star mit einer Fangemeinde, die ihre Songs und ihre musikalische Leidenschaft lieben.

Joe sagte dazu: „Klar sind wir langsamer ohne Major Label. Aber dafür sind wir echt. Grosse Label’s schreiben dir bis zum Image alles vor. Dass das falsch ist und dass die sich mit ihren Meinungen irren, sieht man ja daran, dass nur 2% aller Major Label Künstler mehr als 10.000 Alben verkaufen. Nicht das Label entscheidet was Erfolg hat, sondern die Fans. Gäbe es ein von den Musikkäufern geführtes Volks-Label, dann hätte dieses Label als einziges den grössten Erfolg. Darum ist bei unseren Konzerten die VIP-Lounge immer vor der Bühne, weil es niemanden im Musikbusiness gibt, der wichtiger ist, als deine Fans.
Deswegen gehen wir unseren Weg gemeinsam mit unseren Fans.“

Mit ihrem ersten Debüt-Album ‚Made in USA‘ begeisterte sie nicht nur ihre Kollegen, sondern auch eine ganze Menge Leute in ganz Amerika. Joon erklärte: „Schon mit dem ersten Album haben uns alle Amis riesig unterstützt. Egal ob das Radiostationen, Zeitungen oder die US-Fans waren. Die Amerikaner sind sehr aufgeschlossen für Neues und es ist ihnen egal ob man nun berühmt ist, oder nicht. Wenn ihnen deine Musik gefällt, dann unterstützen dich auch alle.“

Dass ihr neues Album ‚Wonderland‘ diese Woche bereits um 24.00 Uhr am ersten Verkaufstag auf Amazon komplett ausverkauft war, zeigt, dass nun auch deutsche Fans immer mehr Kenntnis von ihr nehmen. Ohne dass auch nur eines Plattenfirma ihren Teil dazu getan hätte.

Joon verriet uns dazu: „Oh ja, das mit Amazon war ein echter Krimi (kichert). Unser neues Album gibt es ja exklusiv nur da zu kaufen. Die Vorbestellungen liefen so gut, dass wir bereits drei Mal nachliefern mussten. Aktuell ist die vierte Nachlieferung zu Amazon unterwegs, aber das dauert jetzt ein paar Tage, bis dann wieder bestellt werden kann. Damit hätten wir nie gerechnet!“

Nachtrag zum Schluss: Die deutsche ‚Financial Times‘ hat das Album ‚Wunderland‘ gerade zum Album der Woche gekürt. Mit 5 Punkten von 5 möglichen.



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