Dienstag, 12. Juni 2012, 13:36 Uhr

"Little Thirteen" kommt ins Kino: Vögeln, bis einer sagt, ich bleib bei dir

‘Little Thirteen’, Abschlussfilm von Regisseur Christian Klandt und sieben weiteren Diplomanden der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf Potsdam-Babelsberg, feiert seine Premiere auf dem diesjährigen Filmfest München.

Der Film erzählt aus dem Alltag von Jugendlichen, für die Sexualität zum Surrogat geworden ist, zu einem Pflaster über eine emotionale Vernachlässigung, die sich in allen Teilen der Gesellschaft findet.

In den Hauptrollen überzeugen die jungen Schauspieler Muriel Wimmer, Antonia Putiloff, Joseph Bundschuh und Philipp Kubitza.

Der aufsehenerregende Film kommt am 05. Juli in die deutschen Kinos.

Und darum geht’s: Sarah ist dreizehn. Sie und ihre beste Freundin Charly  (16) können die Jungs, mit denen sie im Bett waren, schon gar nicht mehr zählen: One-Night-Stands – flüchtig, austauschbar, keine Verbindlichkeiten. Dieses Verhalten scheint ihnen die Bestätigung zu geben, die sie in ihren Familien vergeblich suchen.

Sarahs Mutter Dorren (29) klammert sich an ihre vergehende Jugend, und Yvonne (32), Charlys Mutter, verlässt auf Grund ihrer Antriebslosigkeit kaum die eigene Wohnung. Charly und ihre Geschwister Robert (7) und Nele(2) bleiben sich selbst überlassen und anwesende Väter gibt es im Leben der Mädchen schon lange nicht mehr.

Als Sarah jedoch im Chat den Gymnasiasten Lukas (18) kennenlernt, ist sie sich sicher, dass es diesmal anders ist: Lukas scheint nicht nur an schnellem Sex interessiert zu sein – mit ihm kann sie tatsächlich reden. Was Sarah nicht weiß: Lukas und sein Kumpel Diggnsäck (17) filmen sich heimlich beim Sex mit ahnungslosen Mädchen.

Je jünger die Mädchen sind, desto besser verkaufen sich die Videos, mit denen sie ihr Taschengeld aufbessern, um sich die Partydrogen fürs Wochenende leisten zu können; und Sarah steht auf ihrer Liste. Doch Lukas beginnt, mehr für Sarah zu empfinden, und der Clip wird zur Nebensache.

Der Wunsch, sich richtig zu verlieben, ist Charly dagegen noch nicht gekom-men. Sie will ihr Leben einfach genießen, um jeden Preis, denn mit dem Spaß wird es bald vorbei sein: Sie ist schwanger und weiß nicht, von wem. Dabei muss sie unbedingt einen Vater benennen, um endlich eine eigene Wohnung zu bekommen. Sarah macht einen pragmatischen Vorschlag: Charly solle sich einfach mit den drei Jungen treffen, die in Frage kommen, und testen, ob sich einer davon als potentieller Vater eignet.

Während Charly auf Vatersuche geht, freut sich Sarah auf einen Partyabend mit Lukas. Ihre Mutter Doreen, die sich gerade von ihrem Freund Maik getrennt hat, hat ebenfalls ein Auge auf Lukas geworfen, und es wäre nicht das erste Mal, dass Mutter und Tochter die Liebhaber ‚tauschen’. Doch in diesem Fall hat Sarah etwas dagegen…

Als Sarah und Lukas sich während der Party zurückziehen und beginnen, miteinander zu schlafen, legt sich Doreen dennoch zu den beiden. Während sie Lukas umgarnt und Sarah den Kampf um die Aufmerksamkeit ihres Freundes auf- nimmt, fällt ihm seine Kamera wieder ein…

Regisseur Christian Klangt sagte dazu: “Ich hörte von Kindern, die wissen oder ahnen, dass es in naher Zukunft keine Perspektive fu?r sie geben wird. Von 13-jährigen, die auf der Suche nach Geborgenheit auf Gang-Bang-Partys ihre Unschuld verlieren. Von Jugendlichen, die später mal „Hartzer“ werden wollen. Von jungen Mädchen, für die eine Schwangerschaft der einzige Weg bedeutet, eine Aufgabe im Leben zu finden Davon ausgehend habe ich mich gemeinsam mit der Drehbuchautorin Catrin Lüth entschlossen, weitere Recherchen durchzufu?hren. Wir haben aus ganz Deutschland Geschichten zu diesem Thema gesammelt, wir sind vor Ort gefahren und haben mit Jugendlichen und Sozialpa?dagogen gesprochen. Im Januar 2010 haben wir in einer Jugendeinrichtung einen kleinen Filmworkshop organisiert. Von diesen Begegnungen und Recherchen sind die Figuren und Geschichten in ‘Little Thirteen’ inspiriert.”

Fotos: X-Verleih