Sonntag, 24. Juni 2012, 23:37 Uhr

Ohne Worte: "Holidays By The Seas" - die bizarrste Komödie des Sommers

Französische Kinokomödien sind derzeit zu Recht ziemlich angesagt. Pascal Rabaté hat mit ‘Holidays By The Seas’ eine schwarze Komödie in bester Tradition von Tati´s „Monsieur Hulot” und Jeunets „Micmacs” geschaffen.

Mit viel Esprit, einer Prise schwarzem Humor, erotischem Naschwerk und etwas schmutzigem Sex garniert der bekannte französische Zeichner, Autor und Regisseur Pascal Rabaté seine burleske Sommerkomödie.

Der Film startet am 5. Juli in den deutschen Kinos.

Die Zeiten sind schriller und bunter geworden seit Jacques Tati und seinem Monsieur Hulot, der fast durchweg – ähnlich Mister Bean – ohne Dialoge auskam.

Heute sind Ferien anders. Eine kleine, beschauliche Stadt wird von Nudisten, Punkerinnen, durchgeknallten Golfern, Witwen und Waisen geentert. Aber auch spießige Familien, Otto Normalverbraucher und pubertierende Teenies machen Ferien am Meer.

Und darum geht’s: Wochenende! Das heißt in Frankreich: raus ans Meer. In den Ferien muss man nicht reden, und so gibt es in diesem etwas anderen Sommerfilm eben auch keine Dialoge. Dafür nimmt die Handlung den Zuschauer mit humorvoller Leichtigkeit an die Hand und führt ihn von Episode zu Episode. Jeder Protagonist hat seine eigene Geschichte, die einzelnen Szenen verbinden sich wie in einem Comic-Strip.

Da ist der Mann, der gerne am Strand seinen Drachen steigen lässt. Der Drachen entgleitet ihm, steigt in die Lüfte und nimmt die Halskette seiner Begleiterin mit auf Reisen. Um sie wieder einzufangen, müssen die beiden durch ein Camp voller Nudisten…

Unterdessen vergnügen sich die Ehepartner der beiden im Hotelzimmer. Dabei dienen Erdbeeren und Schlagsahne als erotisches Naschwerk. Etwas härter und mit einer Vorliebe für SM-Spiele geht es in einem Nebenzimmer zu. Dumm nur für den männlichen Sklaven, dass seine blonde Domina ihn mit Handschellen gefesselt im Bett liegen lässt. Danach braust sie mit seinem roten Cabriolet und seinem Geld davon.

In der beschaulichen Kleinstadt am Meer treiben auch ein grüner und ein orangefarbener Hobbygolfer ihr Unwesen. Mit nur einem Golfball befördern sie einen Hasen ins Jenseits und zerschießen die Asche einer Urne während einer Bestattung.

Auch Waisen, Witwen, Punkerinnen mit großen Hunden, eine ganze Familie und ein gemütliches wohlbeleibtes Pärchen finden sich ein für die Ferien am Meer.

Aber irgendwann sind auch die schönsten Ferien passé, es geht zurück nach Hause – und für die meisten Protagonisten zurück in die Bürgerlichkeit. Aber der Mann, der den Drachen steigen ließ, küsst am Ende doch die Frau, die er wirklich liebt…