Montag, 25. Juni 2012, 21:21 Uhr

Oceana mit dem neuen Album auf dem Weg in den Pop-Olymp

Wie locker Oceana Mahlmann (30) in ihrer Musik stilistische Rahmen sprengt, spürt man bei jeder ihrer Singles. So auch bei ihrem aktuellen EM-Hit ‘Endless Summer‘. Wenn man sich ihre Vita ansieht, wird auch klar, warum die junge Künstlerin überhaupt keine Grenzen kennt: Geboren wurde sie in Rissen bei Hamburg als Tochter einer deutschen Modedesignerin, die lange in Paris und New York wohnte.

Ihr Vater ist Franzose mit karibischen Wurzeln, der als DJ und Musiker in Boston lebte. Aufgewachsen ist sie sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Hamburg. Schon mit 16 ist sie dann losgezogen, um sich einen eigenen Weg zu suchen, der alles andere als gradlinig ist: “Ich war schon früh ein kleiner Lebenskünstler, war auf mich gestellt und habe mich durchgeboxt. Ich habe sehr früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen.”

Das Multitalent arbeitete als Tanzchoreografin mit Seeed und Fettes Brot, verzauberte das Kulturfernsehpublikum mit ihrer Moderation der deutsch-französischen Sendung “Arte Lounge” und spielte in der Neuverfilmung von Jerry Cotton mit Christian Ulmen, wo ihr die Rolle der Barsängerin wie auf den hübschen Leib geschrieben wurde.

Aufgenommen wurde das neue, zweite Album „My House“ in London, New York und Berlin, mit Produzenten wie Rob Davis (Kylie Minogue) und Blair MacKichan (Lilly Allen). Die Platte bietet unterschiedlichste Tracks, zum Beispiel den zum Afro-Beat-Rhythmus servierten Carribean Sound von “Sweet Violet”, in dem man ihre Wurzeln hört. Oder das swampige “My House”, das klingt, als hätte es Oceana aus einer Hütte im Mississippi Delta heraus gesungen, und damit gleich die ganze Ortschaft in Hüftschwung versetzt. Oder das für den Soulpop-Olymp bestimmte “Hopes And Sins”, in dem Oceana klarstellt: “All I wanna do is sing sing sing / Ain’t about the ching ching ching”…

Oder die Ballade “Say Sorry”, in der Oceana die ganze Kraft ihrer Stimme in den Ring wirft. Ein unfassbar schöner Kontrast, wie Oceana zunächst zum traurigen Klavier, zum fernen Zittern einer E-Gitarre ihrem Liebsten nachsingt, und dann zum Refrain die Fäuste ballt, die Stimme hebt und klarstellt: “Boy you make me angry / How you can not phone me / Heard all your excuses / Your bullshit / You’re useless / Say sorry or say nothing at all”.

Gerade in diesem Spiel zwischen Verletzlichkeit und trotziger Kraft, welche hier zur Geltung kommt, liegt die besondere Faszination für Oceana.