Mittwoch, 08. August 2012, 12:09 Uhr

Markus Lanz spricht über seine Pläne bei "Wetten, dass..?" und Gottschalk

Mit Spannung wird die “Wetten, dass..?”-Premiere von Moderator Markus Lanz am 6. Oktober in Düsseldorf erwartet. Im Interview mit der Programmzeitschrift ‘Hörzu’ spricht er zum ersten Mal ausführlich über seine Pläne für die Show und verrät, was er über den Wechsel seines Vorgängers Thomas Gottschalk zu RTL denkt.

Gottschalk wird als Juror in der RTL-Show “Das Supertalent” zu seinem direkten Konkurrenten.

Markus Lanz gibt zu, wie sehr ihn der Schritt von Thomas Gottschalk verwundert hat. “Das hat jeden in der Branche überrascht. Bis dahin hatte ich das Gefühl, dass es für ihn bestimmte Leitplanken gab, zwischen denen er sich bewegte. Aber irgendwie haben wir da offenbar alle eine Ausfahrt übersehen.” Und weiter: “Die Leute haben bei ihm immer gespürt, dass er nicht nur Entertainer und Paradiesvogel war, sondern auch jemand, der für eine Form der Unterhaltung stand, die völlig frei war von Sarkasmus oder gar Zynismus. Bei ihm wusstest du: Egal wie dusselig du dich anstellst – hinterher gibt’s immer ein Gummibärchen.” Seinen Nachfolger bei “Wetten, dass..?” hat Gottschalk übrigens nach dessen Benennung weder angerufen noch beglückwünscht.

In ‘Hörzu’ erklärt Markus Lanz, wie sich das Bühnenbild von “Wetten, dass..?” verändern wird: Das Publikum soll näher ans Geschehen auf der Bühne rücken. “Wir versuchen, die große Distanz zu brechen: mehr mittendrin statt nur dabei.” Auf dem Podium können die Zuschauer mit einem Gast demnächst fest rechnen. “Gerhard Schröder möchte ich unbedingt begrüßen. Ich finde, der fehlt im Moment.” Lanz, der als Schüler sein Geld mit Musik verdient hat, steht auch für musikalische Spontanauftritte bereit: “Ich habe immer davon geträumt, mal mit Lionel Richie Musik zu machen. Das wäre ein Knaller! Aber so etwas muss sich ergeben.” Lionel Richie würde singen, Lanz wäre die Begleitung am Klavier.

Die Erwartungen an Markus Lanz sind hoch: ZDF-Intendant Thomas Bellut rechnet auf Dauer mit etwa acht Millionen Zuschauern. Hat sich der Druck durch den Konkurrenten Thomas Gottschalk noch weiter erhöht? “Ich zwinge mich, mir darüber keine größeren Gedanken zu machen. Und zwar deshalb nicht, weil es nichts ist, was ich auch nur ansatzweise beeinflussen könnte. Aber natürlich wird das schwer, und wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Zeiten, in denen die Konkurrenz “Wetten, dass..?” richtiggehend ausgewichen ist, vorbei sind. Früher lief im Ersten parallel ein uralter ,James Bond’. Da wurde nur gerührt. Heute wirst du geschüttelt.” Und weiter: “Ich freue mich, dass das ZDF mir das zutraut, bin aber demütig genug zu wissen, dass es auch schiefgehen kann.”

Fotos: ZDF/Lehmann