Dienstag, 14. August 2012, 16:12 Uhr

Woody Allen: "Unsere Gesellschaft liebt nun mal Stars, nicht Wissenschaftler"

“Als Prominenter führt man ein privilegiertes Leben, auch wenn man das nicht unbedingt verdient hat”, sagt Woody Allen im Interview mit dem Frauenmagazin ‘Emotion’. “Es gibt ja keinen vernünftigen Grund, warum es mir besser gehen sollte als einem Lehrer oder einem Arzt. Aber unsere Gesellschaft liebt nun einmal Stars, nicht Wissenschaftler. Das verschafft mir viele Vorteile, und es wäre Unsinn zu behaupten, dass ich mich darüber nicht immer wieder freue”, so der Star-Regisseur, der seit fast 50 Jahren vor und hinter der Kamera erfolgreich ist.

Trotz seiner außergewöhnlich langen und ruhmreichen Karriere, denkt der vierfache Oscar-Preisträger nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Seine 42. Regiearbeit “To Rome with Love” kommt am 30. August in die deutschen Kinos. Dennoch: “Älter zu werden gefällt mir absolut nicht. Ich versuche es so langsam wie möglich zu tun und halte mich an allen jugendlichen Zügen, die ich noch habe, krampfhaft fest”, erzählt der 76-Jährige.

Sein Leben beschreibt der als Allen Stewart Konigsberg in New York geborene Künstler als “kein bisschen Boheme”. “Ich führe ein ganz normales, bürgerliches Leben. Ich arbeite jeden Tag, übe Klarinette, gehe ins Kino oder ab und zu zu Sportveranstaltungen. Unser Freundeskreis besteht auch eher aus Bankern und Anwälten, nicht aus Künstlern, die auf dem Fußboden sitzen, Drogen konsumieren und Gedichte rezitieren. Alles ganz gewöhnlich also.” Als Gelehrter sieht sich der Autor auch nicht. “Nein, ich bin kein Intellektueller. Dass mir keiner glaubt, muss an der Brille liegen. Doch ich versichere: Ich sehe nur aus wie ein Intellektueller. Gleichzeitig wirke ich entsetzlich unsportlich, trotzdem war ich früher eine Sportskanone”, so der Fan der New York Knicks. “Wenn ich nicht gerade eine Basketball-Match am Spielfeldrand verfolge, finden Sie mich wahrscheinlich mit einem Bier auf dem Sofa, wo ich Football im Fernsehen gucke”, so Woody Allen in dem Gespräch.