Sonntag, 19. August 2012, 20:29 Uhr

Max Mutzke ist wieder da und plaudert über sein neues Werk

Max Mutzke eroberte im Jahr 2004 mit seinem Song ‘Can´t Wait Until Tonight’die Herzen von Millionen. Der sympathische Sänger gewann damals die von Stefan Raab geführte Castingshow ‘SSDSGPS (Stefan sucht den Super Grand Prix-Star)’ und nahm nur wenige Wochen später am Eurovision Song Contest in Istanbul teil.

Damals ergatterte Max immerhin den 8. Platz und feierte mit dem Lied, das prompt an die Spitze der deutschen Charts schoss, seinen ganz großen Durchbruch. Danach wurde es längere Zeit ruhig um Mutzke, doch der heute 30-jährige arbeitete in der Zwischenzeit an verschiedenen, musikalischen Projekten und veröffentlichte bisher alle zwei Jahre ein Album.

Nun ist Mutzke also wieder zurück. Mit dem Album ‘Durch Einander‘ will er noch einmal erfolgreich den deutschen Musikmarkt erobern und Fans und Musik-Liebhaber wieder begeistern. Es ist bereits sein fünftes Studioalbum, doch dieses Mal handelt es sich um etwas ganz Besonderes, einer Mischung aus klangvollen, wunderschönen Coversongs, gepaart mit ungewohnt vielseitigen Jazz-Klängen und einigen sehr interessanten Duetten, unter anderem mit bekannten Stars wie Cassandra Steen.

klatsch-tratsch.de traf den sanftmütigen Künstler in Berlin und plauderte mit ihm über das neue Werk, seine Zukunftspläne und seine Zusammenarbeit mit anderen, deutschen Musikern.

Heute überrascht er mit ganz neuen Tönen und beweist mit seinen neuen Songs ein sicheres Gespür für Jazz. Warum traf der Sänger erst jetzt die Entscheidung, sich diesem neuen Musikstil zu widmen? “Ich habe schon immer sehr viel Musik gemacht und als ich noch jünger war, hing ich schon sehr oft in Jazz-Clubs ab. Das ist eigentlich die Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Ich war mit meinem Vater oft in Live-Konzerten. Ich habe diese Musik richtig geliebt und genossen und vor allem gab es in unserer Ecke, die Gegend um Basel, echt geile, etablierte Jazz-Clubs.”

Beeindruckt war Max schon damals von den kulturellen Einflüssen, die in solchen Clubs auf unglaubliche Weise ineinanderfließen und sich immer wieder in der Musik wiederspiegeln. “Es hat sich ja nicht nur um Jazz gehandelt, sondern auch um Funk, Reggae und Soul. Und letzteres habe ich die vergangenen Jahre eben viel gemacht. Nur irgendwie habe ich dann erkannt, dass meine Ursprünge eher im Jazz liegen und mich diese Musikrichtung in meiner Art zu singen, sehr geprägt haben.”

Der Mann mit dem großen Wiedererkennungswert in der Stimme sagte sich also selbst ‘Warum nicht meine wahre, musikalische Leidenschaft ausleben?’.

Somit nahm Max Kontakt zu einigen wichtigen Leuten auf und konnte am Ende hochrangige Persönlichkeiten der internationalen Musikszene für sich gewinnen, zum Beispiel Wolfgang Haffner. “Der ist ein sehr gefragter Produzent und außerdem zählt er zu den weltweit gefragtesten Jazz-Künstlern. Er ist ein guter Freund von mir und ich hab ihm von meiner Idee erzählt, ein Jazz-Album zu machen. Wolfgang war auch sofort begeistert und meinte ‘Das ist tierisch, mach das!’.”

Die beiden machten sich dann auf die Suche nach den besten Leuten, um ein modernes Jazz-Meisterwerk auf die Beine zu stellen. Das Projekt gestaltete sich von Anfang an aber als ein erfolgreiches Unterfangen und das ohne Hilfe von unzähligen Produzenten, Investoren oder Partnern. “Ich habe das alles selbst finanziert und mir saßen eben keine Leute im Rücken, die mir Vorschriften machen.”

Auf dem Album ‘Durch Einander’ hört man allerdings keinen Jazz im herkömmlichen Sinne. Es ist eher ein Mix aus deutschen und englischen Ohrwurm-Hits und weltbekannten Titeln, die sich aber mit einem einzigartigen Jazz-Charme vereinen und einen völlig neuen Sound ergeben. Max erklärte uns, wie es zu dem Mix aus modern und doch ein wenig klassisch kam. “Es ist auf jeden Fall kein Jazz für ambitionierte Liebhaber und Kenner. Und trotzdem glaube ich, dass es ein sehr hochwertiges, gutes Album ist. Man kann einfach nicht sagen, dass es nicht gut ist. Ich habe andere Alben gemacht, wo ich schon im Vorfeld sagen konnte, dass die Leute es vielleicht nicht mögen. Aber dieses Mal sind die Lieder einfach so entspannend und so für die Seele gemacht, da muss man sie einfach lieben.”

Ungewöhnlich bei heutigen Album-Produktionen: Alle Jazz-Songs des Albums entstanden live im Studio. Gerade das wird den Zuhörern das Gefühl geben, hautnah dabei zu sein und sich noch intensiver in die Musik hineinzuversetzen. “Ja, es wurde tatsächlich alles live eingespielt und da wurde auch hinterher nicht nochmal eine Tonspur gelöscht und neu eingesungen oder so. Das wurde wie ein richtiges Live-Konzert eingespielt und aufgenommen.”

Doch Max Mutzke ist nicht der einzige Star auf dem Album. Der Sänger holte sich so einige prominente, deutsche Musiker ins Boot, um ‘Durch Einander’ zu etwas ganz Außergewöhnlichem zu machen. “Zu den Gästen auf dem Album zählen unter anderem Wigald Boning, Götz Alsmann oder Nils Landgren. Der ist übrigens momentan einer der begehrtesten Funk-Soul-Posaunisten. Dann haben wir noch Klaus Doldinger dabei, der schon 76 ist und zum Beispiel die Titelmelodien zum Film ‘Das Boot’ schrieb. Es hat mich mega geehrt, dass diese Leute dabei sind und das Beste ist, dass ich sie alle nur einmal anrufen musste und sie sofort zugesagt.”

Auf den ersten Blick wirkt der Titel des Albums ‘Durch Einander’ nicht besonders aufsehenerregend, doch es fällt auf, dass es sich um zwei einzelne Wörter handelt. Dahinter steckt eine berührende Geschichte. ” Wir haben einen Songtitel drauf, der auch so heißt, aber zusammengeschrieben wird. Ich musste miterleben, wie zwei Freunde von mir, die mir sehr nah stehen, in schwere Depressionen gefallen sind. Heutzutage wird das Thema nicht so ernst genommen. Meistens wird es sehr locker aufgefasst so nach dem Motto ‘Ach der Thomas kann heute nicht kommen, der hat schwere Depressionen’ und als Antwort kommt dann ‘Ach der Arme, was kommt heute eigentlich im Fernsehen?’ Depression ist mittlerweile so was wie Halsschmerzen. Ich habe die beiden Jungs damals durch ihre schwere Zeit begleitet. Beide waren in der geschlossenen Abteilung und einer musste sogar in der Gummizelle fixiert werden. Heute sind sie mittlerweile beide vollständig geheilt. Das hat mich aber so geprägt und ich habe mich da richtig reinversetzt. Deswegen heißt das Album auch so, aber der auseinandergeschriebene Titel soll heißen, dass ich und mein Team einfach harmonisch und erfolgreich miteinander gearbeitet haben.”

Max Mutzke covert auf seinem neuen Album auch bekannte, flippige Charterfolge wie ‘Every Breath You Take’ von The Police oder ‘Empire State of Mind’ von Alicia Keys. Doch wie ging der Sänger überhaupt an die Aufgabe ran, diese Hits in seine ganz eigenen Versionen zu verwandeln? “Da hat mir Wolfgang Haffner sehr geholfen, weil er so ein wahnsinnig guter Pianist ist. Der hat es einfach perfekt drauf, einen Song umzuwandeln, so dass es nach einem völlig neuen klingt. Es gehört wirklich ein großes Talent dazu, einen Song zu umzuschreiben, dass man auf der einen Seite noch das Original heraushört, es aber auf der anderen Seite auch klar davon weg ist. Es wird erst authentisch, wenn man seinem eigenen, musikalischen Instinkt und seinem eigenen Gefühl folgt. Erst dann kann man auch Songs wie ‘Your Are So Beautyful’ von Joe Cocker covern.”

Doch wenn man glaubt, dass Max die Songs einfach nur singt, um zu beweisen, dass er es besser kann als das Original, der irrt. Im Gegenteil, er steckt so viel Kraft und Energie hinein, weil er die Originale einfach toll findet und ihnen mit seinem eigenen Werk Bewunderung zollt.

Neben dem Album erwartet die Fans auch noch eine Tour, die im November startet. Und dafür hat der Sänger etwas ganz Besonders geplant. “Ich bin mit dem geilen Trio Monopunk auf der Bühne. Die kennen sich schon seit vielen Jahren, kommen aus Holland und haben da zusammen studiert. Man kennt sie eigentlich schon in Deutschland als geschlossenes Trio. Die sind immer auf der Suche nach etwas Neuem, aber man hat wirklich Glück, wenn die sich dann für eine Zusammenarbeit entscheiden. Die sagen ganz oft ab, obwohl größere Nummern anfragen als ich. Aber die finden die Leute dann einfach nicht gut und nicht authentisch genug. Für mich war das ein Ritterschlag, dass sie zugesagt haben. Wir haben schon zusammen gespielt und jetzt gehen sie auch noch mit auf Tour. Was die machen, ist absolut unfassbar.”

Monopunk sind eigentlich eine Indie-Funk-Band, doch gerade das macht das einzigartige, geplante Tour-Konzept von Mutzke aus und eben deswegen entschied er sich dafür, die drei Jungs mitzunehmen. “Die grooven total und spielen zwar nur instrumental, aber das auf eine Art und Weise, wie nie zuvor.”

Man darf sich also nicht nur auf ein atemberaubendes Jazz-Ereignis auf Max Mutzkes Album ‘Durch Einander’ freuen, sondern auch auf eine tolle Deutschland-Tour mit einzigartiger Bühnenperfektion.

Der Sänger bekommt übrigens oft die Frage zu hören, was er neben seinem aktuellen Erfolg noch von der Zukunft erwartet und ob es ein Traumduett für den sympathischen Hutträger gibt. “Nein eigentlich nicht direkt. Aber was ich mir vorstellen könnte, ist irgendwann mit all meinen Gästen vom Album live auf der Bühne aufzutreten.”

Fotos: klatsch-tratsch.de/Michael Fricke (Planexi)